Politik

„Gewalt ist eine Folge des grassierenden Ich-Kults“

Zum Artikel: „Attacken auf Polizisten nehmen zu“ vom 19. Oktober

Wieso wundern wir uns über die Verrohung der Gesellschaft und die zunehmende Gewalt Polizisten, Lehrern und anderen gegenüber? Dies ist nur die Konsequenz des grassierenden Ich-Kults. Die Leute meiner Generation wurden in der christlichen Tradition von Nächstenliebe und Pflichtgefühl erzogen. Heutzutage gilt nur „mein Auto“, „mein Haus“, „mein Pferd“, „meine Jacht“, „meine Daten“, „meine Meinungsfreiheit“. Speziell der Totem Meinungsfreiheit wird derart fanatisch verteidigt, dass jeder eine Demo organisieren darf, auch Hassprediger sowie Rechts- und Linksradikale. Und machen wir uns nichts vor: Fanatiker sind zu allem fähig, ansonsten zu gar nichts.

Adriano Maiazza, per Mail

Das Grundproblem besteht hier hauptsächlich in einem Justizminister, der den Namen nicht verdient, in einer viel zu laschen Rechtsprechung liberaler Richter und in einer größtenteils weltfremden, weil vom „normalen Volk“ zu weit entfernten Politikergeneration. So wird ein Klima geschaffen, in dem Verfahren wegen Beleidigungen gegen Vollzugsbeamte des Staates regelmäßig eingestellt werden. Die Steigerung zur Körperverletzung folgt dann, weil nicht rechtzeitig deutliche Grenzen aufgezeigt werden. Inzwischen hat zudem jeder gelernt, eine Gegenanzeige gegen den betroffenen Polizeibeamten zu erstatten, die dann dazu führt, dass das Verfahren gegen ihn selbst eingestellt wird. Parallel dazu werden den Beamten dafür noch disziplinarische Vorermittlungen angekündigt, die anschließend Monate laufen, bevor sie eingestellt werden, eventuell aber die Beförderungen blockieren. Hasserfüllt ausgesprochene Androhungen wie „Ich weiß, wo du wohnst“ werden erst gar nicht zur Anzeige gebracht, weil sie nicht als Drohung im Sinne des Strafgesetzbuches gelten – auch wenn klar ist, dass der Aussprechende nicht meint, dass er auf einen Kaffee vorbeikommen möchte. So schafft der Staat sich als Autorität auf Dauer selbst ab. Die, die für ihn einstehen müssen, halten im wahrsten Sinne des Wortes ihren Kopf dafür hin.

Harry Vierath, per Mail

Kameras werden nicht als Beweismittel anerkannt

Zum Artikel: „Kameras für alle Polizisten?“ vom 23. Oktober

Die eigentliche Problematik besteht darin, dass die meisten Kameraaufzeichnungen seitens der Justiz nicht als Beweismittel anerkannt werden, etwa so, wie es bei mitgeführten Dashcams in Autos bestimmt wurde. Oder soll mit zweierlei Maß gemessen werden?

Julien Germain, via Facebook

Es wird Zeit, dass Kaiser Franz zur Aufklärung beiträgt

Zum Artikel: „Mehr Fragen als
Antworten“ vom 23. Oktober

Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor: So scheint – nach „Faust“ – die Verfassung des stammelnden Herrn Niersbach zu sein. Das Sommermärchen geht langsam, aber sicher in eine Satire über. Die Erklärungen des DFB-Präsidenten widersprechen sich vehement. Zuerst waren die 6,7 Millionen Euro für eine Eröffnungsgala bestimmt, die aber wegen der „Zerstörbarkeit“ des Rasens im Olympiastadion schlicht ausfiel. Dann war das Geld für die Fifa, als Vorab-Sicherheitssumme für eine 170-Millionen-Euro-Zahlung als Organisationshilfe gedacht. Ja, was denn nun, fragt sich der Fußballfan. Im Prinzip ist diese „Mein-Name-ist-Hase-ich-weiß-von-nichts“-Aktion des DFB-Prä-sidenten armselig und leicht durchschaubar. Es wird Zeit, dass Kaiser Franz vom Thron steigt und zur Aufklärung beiträgt.

Thomas Hansen, Reinickendorf