Erfurt

Nach TV-Auftritt weniger Anhänger bei Höckes AfD-Demo

Nach dem wirren TV-Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke kommen weniger Menschen zur Demo in Erfurt. Und die Bundes-AfD murrt.

Teilnehmer der Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Erfurt . Etwa 4000 Menschen versammelten sich laut Polizei vor dem abgedunkelten Dom – deutlich weniger als zwei Wochen zuvor.

Teilnehmer der Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Erfurt . Etwa 4000 Menschen versammelten sich laut Polizei vor dem abgedunkelten Dom – deutlich weniger als zwei Wochen zuvor.

Foto: Martin Schutt / dpa

Erfurt.  An einer Kundgebung der rechtskonservativen AfD in Erfurt gegen die Asylpolitik haben sich am Mittwoch wesentlich weniger Menschen beteiligt als vor zwei Wochen. Dafür nahm die Zahl der Gegendemonstranten zu.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD Thüringen, Björn Höcke, beklagte als Redner, er trage zum ersten Mal in seinem Leben eine schusssichere Weste. Der Rechtsstaat sei bedroht. Höcke hatte mit einem Auftritt am Sonntag bei Günther Jauch eine Debatte um seine Person ausgelöst und wird seither angefeindet. In der Sendung hatte er eine Deutschlandfahne ausgebreitet, sie zum Zeichen und sich zum Kämpfer gegen das „verrückt gewordene Allparteienkartell“ erklärt.

Nach der Sendung hatte es eine Kontroverse gegeben, ob es richtig war, Höckes platten Parolen eine Plattform zu geben und ob er sich damit demaskiert hat. Zumindest die Teilnehmerzahl der ersten AfD-Demo nach seinem Auftritt ist deutlich zurückgegangen. Etwa 4000 Teilnehmer versammelten sich laut Polizei in der thüringischen Landeshauptstadt vor dem abgedunkelten Dom – nur halb so viele wie zwei Wochen zuvor. Dafür wuchs der Protest gegen die Kundgebung. 2500 Menschen waren bei der Gegendemonstration – dreimal so viele wie am 8. Oktober.

Zur bereits geplanten nächsten Demo am 4. November wird Höcke auch die Bundesvorsitzende Frauke Petry nicht begrüßen können. Sie sagte ihre Teilnahme am Mittwoch ab, wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet. Ohne Angabe von Gründen.

Dafür gab es von der Bundes-AfD ein anderes, deutliches Statement: Wie die „FAZ“ in ihrer Donnerstagasusgabe berichtet, kritisiert die Parteiführung Höcke deutlich. Demnach heißt es in einer Stellungnahme der Sprecher des Bundesvorstands: „Wir sehen uns, ebenso wie die große Mehrheit der AfD-Mitglieder, vom derzeitigen Stil des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke nicht vertreten“.