Bielefeld

Konfliktforscher: Angreifer sieht sich als „Vollstrecker“

Bielefeld. Der Sozialpsychologe Andreas Zick hat nach dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker vor einer zunehmenden Anschlagsgefahr gewarnt. „Wir haben vor Monaten gewarnt, dass der Rechtspopulismus auf eine gewaltorientierte Durchsetzung der eigenen Propaganda drängt“, sagte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld dem „Kölner Stadtanzeiger“. Der Fall zeige, dass noch mehr hätte passieren können. „Wir sollten aufhören, Probleme herunterzureden und uns selbst einzureden, dass das nur verwirrte Täter sind“, mahnte Zick. Es gebe noch viel mehr gefährdete Menschen im Land. Bislang gebe es fast 180 Todesopfer von rechtsextremer Gewalt und eine Rechtsterrorgeschichte mit dem NSU, erklärte der Extremismusforscher. Allein in diesem Jahr habe es über 500 Hass-Taten gegeben, die von Vorurteilen motiviert seien. Das sei auch der Bezugsrahmen, auf den sich der Kölner Täter berufe. Zick sieht Parallelen zwischen dem Attentäter von Köln und dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik. „Er wird sich als Vollstrecker sehen“, sagte der Konfliktforscher. „Er ist ähnlich wie Anders Breivik in Norwegen der Typus des Einzeltäters, den wir eher aus dem islamistischen Terror kennen.“ Die Tat selbst sei eine ideologische Botschaft und im Amokstil in aller Öffentlichkeit ausgeführt.

( epd )

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