Grenze zur Türkei

Bulgarische Grenzsoldaten erschießen Flüchtling

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Ein bulgarischer Grenzsoldat sucht an der Grenze zur Türkei nach Flüchtlingen

Ein bulgarischer Grenzsoldat sucht an der Grenze zur Türkei nach Flüchtlingen

Foto: dpa

Ein Flüchtling ist an der Grenze zu Bulgarien erschossen worden. Die EU soll der Türkei drei Milliarden Euro zur Grenzsicherung zahlen.

Ein tödlicher Zwischenfall an der Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei hat den EU-Gipfel in Brüssel belastet. Ein Migrant sei bei Handgreiflichkeiten mit einer Gruppe bulgarischer Grenzschützer erschossen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus bulgarischen Regierungskreisen. Der Tote kam nach erster Einschätzung aus Afghanistan.

Zu dem Feuergefecht kam es nach bulgarischen Angaben, nachdem die Grenzschützer versucht hätten, eine Gruppe von 48 illegalen Migranten aufzuhalten, die die Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien überquert hätten. Die Flüchtlinge hätten sich geweigert umzukehren.

Am frühen Freitagmorgen hieß es, die Grenzsoldaten hätten daraufhin zur Warnung in die Luft geschossen. Dabei habe ein Querschläger den Flüchtling am Nacken getroffen. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Alle Migranten seien unbewaffnete Männer gewesen. Nach ersten Informationen seien alle aus Afghanistan gekommen. Der Vorfall werde untersucht.

Der bulgarische Regierungschef Boyko Borissov wurde während des EU-Gipfels über den tödlichen Zwischenfall informiert und reiste vorzeitig ab. Gipfelchef Donald Tusk sagte am frühen Freitagmorgen: „Dies ist das nächste Argument dafür, wie wichtig unsere Diskussion heute Abend war.“ Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs ging es um die Flüchtlingskrise und einen gemeinsamen Aktionsplan mit der Türkei.

Türkei fordern drei Milliarden Euro von der EU

Die EU und die Türkei haben sich im Grundsatz auf einen Aktionsplan zur Bewältigung der Flüchtlingskrise verständigt. Das teilte Kommissionspräsident Juncker in der Nacht im Anschluss an das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel mit.

Ziel der Europäischen Union ist es, dass die Regierung in Ankara den Grenzschutz verbessert. Dadurch soll der Flüchtlingsstrom in den Westen eingedämmt werden. Im Gegenzug sind nach Angaben von Bundeskanzlerin Merkel rund drei Milliarden Euro Unterstützung für die Türkei im Gespräch. Die Einzelheiten müssten aber noch ausgearbeitet werden. Auch werde über vereinfachte Einreisebedingungen von Türken nach Deutschland diskutiert.

Merkel fliegt am Sonntag nach Ankara, um mit Präsident Erdogan und Regierungschef Davutoglu über die Flüchtlingskrise zu sprechen.

( dpa/mim )

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