Politik

Fördern und fordern

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Andreas Abel

Lange hat es gedauert, nun ist endlich ein Anfang gemacht. Nach zwei Jahren intensiver Diskussion und Planung gingen am Donnerstag in vier Bezirken die Regionalstellen der Jugendberufsagentur an den Start. Dort werden nun Jugendliche unter einem Dach von allen relevanten Akteuren zum Thema Berufsorientierung und Ausbildung beraten. Das klingt für Außenstehende möglicherweise banal, ist es aber nicht. Bislang wurden Jugendliche von einem Berater zum anderen geschickt, viele gingen auf diesem Weg im wahrsten Sinne des Wortes verloren. Bei einem fehlte das Zusammenspiel von Schuldner- und Berufsberatung, bei einer anderen scheiterte der Weg in eine Ausbildung daran, dass sie keine Betreuung für ihr Baby fand. Das alles soll nun ein Ende haben, weil alle beteiligten Institutionen miteinander kooperieren und ihre Angebote bündeln können. Das mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Konzept klingt tatsächlich schlüssig.

Dennoch ist die Arbeit damit längst nicht getan. Nicht nur, weil acht Bezirke die Agenturen erst noch schaffen müssen. Es gilt auch, die Fördermaßnahmen der unterschiedlichen Träger aufeinander abzustimmen und zu vernetzen. Da haben sich im Laufe der Jahre teilweise schwer durchschaubare Strukturen entwickelt, in denen ähnliche Qualifizierungsmaßnahmen von mehreren Seiten gefördert werden, an anderen Stellen existieren Lücken. All das muss jetzt im laufenden Betrieb auf den Prüfstand.

Eine zweite Forderung geht an die Wirtschaft. Die IHK und Unternehmensverbände haben die Idee und Entwicklung der Jugendberufsagenturen unterstützt. Dafür fand der Regierende Bürgermeister lobende Worte, denn die Wirtschaftsvertreter hätten dabei erkennbar nicht nur ihren Fachkräftebedarf im Blick gehabt, sondern das Wohl der Stadt insgesamt. Allerdings, und darauf wies Michel Müller ebenso zu Recht hin, müsse die Wirtschaft auch mehr Ausbildungsplätze anbieten. Wenn sich alle auf das Ziel verständigen, dass kein Jugendlicher ohne Zukunftsperspektive bleiben soll und dass der beste Weg dorthin eine abgeschlossene Ausbildung ist, dann muss es auch ordentliche und vielfältige Angebote geben.

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