Zeitungsbericht

Thüringer Polizei verschwieg wohl Flüchtlingsheim-Vorfälle

Thüringens Polizei wurde offenbar angewiesen, nur in bestimmten Fällen über Vorfälle in Flüchtlingsheimen zu informieren.

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) will nichts von den vermeintlichen Verheimlichungen der Polizei gewusst haben

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) will nichts von den vermeintlichen Verheimlichungen der Polizei gewusst haben

Foto: Candy Welz / dpa

Erfurt.  Die Polizei in Thüringen soll angewiesen worden sein, die Öffentlichkeit nur in bestimmten Fällen über Vorfälle in Flüchtlingsheimen zu informieren. Das berichtet die Zeitung „Freies Wort“ am Donnerstag. Sie zitiert aus einer E-Mail der Landespolizeidirektion Nordhausen vom 4. Februar dieses Jahres.

Darin heißt es nach Angaben des Blattes, dass bei „Einsätzen in den Unterkünften, die keine Außenwirkung erzielen“, „keine Pressemeldung gefertigt“ werde. Die Polizei solle nur „bei eventuellen Anfragen“ von Journalisten reagieren und nur bei größeren Vorfällen wie Bränden oder Massenschlägereien informieren.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hatten zuvor den Vorwurf zurückgewiesen, das Land verheimliche Kriminalität unter Flüchtlingen. Nun reagierte das Innenministerium nach Angaben der Zeitung überrascht: Das Schreiben sei ihm nicht bekanntgewesen.