Seoul

Gauck wirbt für Dialog mit Nordkorea

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Bundespräsident verlangtVerzicht auf Atomprogramm

Seoul.  Bundespräsident Joachim Gauck macht sich trotz Provokationen aus Nordkorea für die Fortsetzung des internationalen Dialogs mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang stark. Südkorea und seine Partner sollten trotz der nuklearen Aufrüstung durch Pjöngjang „für einen Politikwechsel in Nordkorea werben, sie sollten daran arbeiten, und sie sollten Alternativen für Nordkorea aufzeigen“, sagte Gauck am Montag bei seinem ersten Staatsbesuch in Südkorea vor dem Parlament in Seoul. Ein Dialog nicht nur über die vermeintlich harten Themen der Sicherheitspolitik, sondern auch über Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und inzwischen auch die Umwelt könne „helfen, Kanäle der Kommunikation“ zu öffnen, sagte Gauck.

Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye sagte nach einem Treffen mit Gauck, für Seoul und Berlin habe das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms eine hohe Priorität. Außerdem wollten sich beide Seiten für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Nordkorea einsetzen. Sie bedanke sich, dass Deutschland die „Politik des Vertrauens“ ihrer Regierung gegenüber Pjöngjang unterstütze, sagte Park. Gauck und Park riefen Nordkorea zum Verzicht auf sein umstrittenes Atomprogramm auf. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang entwickelt Atomwaffen und Trägerraketen und droht offen mit ihrem Einsatz gegen Feinde.

In seiner Rede vor der Nationalversammlung würdigte Gauck die Nordkorea-Politik Parks. „Vertrauen und Dialog sind der Schlüssel zu friedlichem Wandel und zur Verständigung.“ Dieses Ziel müsse stets im Blick behalten werden, so fern es auch erscheinen möge. Die Signale aus Nordkorea schwankten zwischen Dialogbereitschaft und Konfrontation, sagte Gauck. Ein richtiger und humaner Schritt beider koreanischer Staaten sei es, in diesem Monat neue Treffen von auseinandergerissenen koreanischen Familien zu ermöglichen. Am Mittwoch will der Bundespräsident nach einem Abstecher an die stark befestigte innerkoreanische Grenze in die Mongolei weiterreisen.

( dpa )

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