Wien

Rechte FPÖ verfehlt Wahlziel in Wien

Wien.  Trotz großer Stimmengewinne der rechten FPÖ hat die rot-grüne Landesregierung in Wien ihre Mehrheit behauptet. FPÖ-Chef und Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache verfehlte mit seiner Partei das Ziel, stärkste Kraft in der österreichischen Hauptstadt zu werden, sehr deutlich. Strache hatte in der Asyldebatte ausländerkritische Töne angeschlagen und die Ängste der Bevölkerung vor einer Überfremdung geschürt.

Die Landtagswahl in Wien, bei der 1,3 Millionen Wähler ein neues Parlament sowie 23 Bezirksvertretungen bestimmten, galt in Österreich als Stimmungstest in der Flüchtlingsfrage. Bei drei vorangegangenen Landtagswahlen hatte die FPÖ riesige Gewinne verbucht und ihren Stimmenanteil teils verdoppelt.

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die sozialdemokratische SPÖ auf 39,4 Prozent, ein Minus von fast fünf Prozentpunkten. Die FPÖ kletterte auf 32,3 Prozent (plus 6,5 Punkte). Die Grünen verloren leicht auf 11,1 Prozent. Die konservative ÖVP rutschte gut fünf Punkte ab auf 8,7 Prozent. Neu im Landtag sind die erstmals angetretenen liberalen Neos. Damit hätte die rot-grüne Koalition, die seit 2010 regiert, eine Mehrheit von 53 Sitzen unter den 100 Abgeordneten im Landtag.

Österreich ist ähnlich wie Deutschland stark von dem Flüchtlingsstrom betroffen. Täglich kommen rund 6000 Migranten über die ungarische Grenze in die Alpenrepublik. Die rot-grüne Landesregierung verfolgt in der Flüchtlingsfrage einen toleranten Kurs. Der SPÖ-Bürgermeister und Ministerpräsident Michael Häupl hatte eine klare Gegenposition zu Strache bezogen. Der Duellcharakter sorgte für eine hohe Wahlbeteiligung von fast 73 Prozent.