National Dialogue Quartet

Friedensnobelpreis für tunesische Demokratie-Bewegung

Tunesische Demonstranten am 1. März 2014 in Tunis. Sie erinnern an das Sit-in "Errahil", das ab dem 26. Juli 2013 den Beginn des Nationalen Dialogs eingeleitet hatte

Tunesische Demonstranten am 1. März 2014 in Tunis. Sie erinnern an das Sit-in "Errahil", das ab dem 26. Juli 2013 den Beginn des Nationalen Dialogs eingeleitet hatte

Foto: Mohamed Messara / dpa

Das Nobel-Komitee würdigt den Arabischen Frühling in Tunesien: Das Quartett für den nationalen Dialog erhält den Friedensnobelpreis.

Der Friedensnobelpreis 2015 geht an das tunesische Quartett für den nationalen Dialog. Das gab die norwegische Jury am Freitag in Oslo bekannt.

Das Quartett besteht aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer. Es wurde 2013 gebildet, als der Prozess der Demokratisierung infolge sozialer Unruhen und Mordanschläge zu scheitern drohte.

Das Gremium würdigt mit der Auszeichnung die vier Mitgliedsorganisationen des Quartetts für ihren entscheidenden Beitrag zur Schaffung einer pluralistischen Demokratie im Zuge der tunesischen Jasmin-Revolution 2011, wie die Komitee-Vorsitzende Kaci Kullmann Five sagte. Das Quartett habe einen alternativen friedlichen politischen Prozess angestoßen, als das Land am Rand einer Bürgerkrieges stand.

Das Nobel-Komitee äußert seine Hoffnung, dass der Nobelpreis Tunesiens Weg zur Demokratie sichern werde. Der Preis solle aber auch "Ansporn für alle sein, die Frieden und Demokratie im Nahen Osten, Nordafrika und im Rest der Welt voranbringen wollen".

Verliehen wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, in Oslo.

Zu den möglichen Kandidaten für die Auszeichnung hatte in diesem Jahr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört. Im vergangenen Jahr hatten sich die Kinderrechtsaktivisten Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien den Nobelpreis geteilt.

Ein falscher Nobel-Komitee.Twitteraccount hatte zunächst pünktlich zur Verkündungszeit für Verwirrung gesorgt. Darin hieß es, der Preis gehe in diesem Jahr an Edward Snowden, Julian Assange, Chelsean Manning und Arvind Kejriwal.

( dpa/sh )

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