Berlin/Worms

Dobrindt will WLAN für Pendler in Regionalzügen

| Lesedauer: 2 Minuten
Julia Emmrich

Berlin/Worms. Stabiles Internet im Regionalzug? Die meisten Pendler können davon nur träumen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Länder deswegen verpflichten, sich stärker für soliden Surfkomfort im Regionalverkehr einzusetzen – störungsfreies WLAN soll auch in Nahverkehrszügen zum Standard werden.

„Nur wenn die Kunden im Zug störungsfrei WLAN nutzen können, bleibt die Bahn attraktiv“, erklärte Dobrindt seinen Vorstoß. Die Bahn könne das Verkehrsmittel des digitalen Zeitalters werden, „dazu gehört lückenloser Mobilfunk- und Internetempfang auf den Bahnhöfen und in den Zügen“. In den ICE-Zügen gibt es inzwischen in der ersten Klasse WLAN, 2016 soll es das Angebot auch in der zweiten Klasse geben. „Wichtig ist, dass es dieses Angebot auch im Nah- und Regionalverkehr gibt.“ Die Länder seien hier in der Pflicht, bei den Ausschreibungen für diese Verkehre „das WLAN als Standard mit reinzunehmen“.

Die Verkehrsminister der Länder stimmten Dobrindt bei ihrer Konferenz in Worms am Donnerstag grundsätzlich zu – fassten aber noch keinen Beschluss. Bevor der Nahverkehr an die Reihe käme, müsse erst der Fernverkehr komplett mit solidem Internet ausgestattet werden, hieß es. Auf längeren Fahrten sei der Bedarf für guten Datentransfer dringender als auf kurzen Strecken zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

Hinzu kommt das Problem des lückenhaften Breitbandausbaus entlang der Bahntrassen. Bevor die Netzabdeckung nicht komplett ist, fehlt die Voraussetzung, damit Fahrgäste WLAN überhaupt sinnvoll nutzen können. Selbst an den ICE-Trassen gibt es noch erhebliche Übertragungsprobleme. Mails bleiben stecken, Telefonate brechen ab. Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba sicherte den Ländern am Donnerstag zu, dass der Ausbau entlang des gesamten Streckennetzes bis Ende des Jahrzehnts abschlossen sei.

Dobrindt hatte bei seinem Vorstoß auf die jüngst beschlossene Aufstockung der Zuschüsse des Bundes für den regionalen Zugverkehr verwiesen. Der Bund stellt den Ländern ab 2016 acht Milliarden Euro zur Verfügung – 700 Millionen Euro mehr als bisher. In den Folgejahren wird die Summe um je 1,8 Prozent erhöht. Damit seien die Weichen für einen leistungsstarken Regionalverkehr gestellt.

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