Washington

Obama: Putins Vorgehen in Syrien führt ins Verderben

Washington. Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wird nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama durch die russischen Luftangriffe in Syrien gestärkt. Russland schwäche die gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpfende, gemäßigte Opposition, sagte Obama in Washington. „Die russische Politik treibt (die Rebellen) in den Untergrund oder erzeugt eine Situation, in der sie geschwächt werden, und es stärkt (den) IS nur. Und das ist für niemanden gut“, fügte er hinzu.

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew wies die Kritik an den Luftangriffen zurück. Mit den Attacken wolle Moskau auch Islamisten von seinem Staatsgebiet fernhalten, sagte er in einem am Sonnabend ausgestrahlten Interview des TV-Senders Rossija-24. „Wir schützen das Volk Russlands vor Terror – weil es besser ist, dies im Ausland statt auf eigenem Territorium zu tun“, sagte der Ministerpräsident.

Aktivisten zufolge wurden bei den russischen Luftangriffen binnen vier Tagen 39 Zivilisten getötet. Zudem seien zwölf IS-Dschihadisten und zwei Kämpfer der al-Qaida-nahen Al-Nusra-Front umgekommen.

Russische Flugzeuge greifen seit der Nacht zum Mittwoch Ziele in Syrien an, um die Truppen Assads zu entlasten. Binnen 24 Stunden seien etwa 20 Einsätze gegen neun IS-Ziele geflogen worden, sagte der russische Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sollen die Angriffe noch verstärkt werden.

US-Präsident Obama sieht den russisch-iranischen Ansatz zur Lösung des Syrien-Kriegs zum Scheitern verurteilt. „Aus ihrer Perspektive sind (die Rebellen und die Kämpfer der IS-Terrormiliz) alle Terroristen, und das ist ein Rezept für eine Katastrophe“, sagte er. Teil des Problems in Syrien sei eindeutig Assad, den Obama einen „brutalen, skrupellosen Diktator“ nannte. Dieser sei dank der Unterstützung Moskaus und Teherans noch immer an der Macht.

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