Berlin

Streit um Gebetsraum in Wilmersdorf

Berlin. Aufregung in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf: Am Mittwochabend wurden die Helfer durch die Nachricht aufgeschreckt, das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) wolle dort sechs Räume belegen, die als Gebetsräume für Muslime genutzt werden. Der Betreiber der Notunterkunft, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), sei aufgefordert worden, die Räume frei zu machen und die Teppiche zu entfernen. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Kreisen der ehrenamtlichen Helfer. Diese lehnten das Ansinnen des Lageso mit Verweis auf das Opferfest, das die Muslime in den kommenden Tagen feiern, allerdings ab. Nach einer entsprechenden Intervention von Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle am frühen Donnerstagmorgen verzichtete das Lageso aber auf die Aktion. Die freiwilligen Helfer hatten angesichts von nach ihren Angaben noch 300 freien Räumen in dem Gebäude kein Verständnis dafür, ausgerechnete die Gebetsräume zu beseitigen. Gebraucht würden derzeit 30 weitere Räume. Die Gebetsräume seien zwar sehr schön, dies könne aber angesichts des Teilleerstands und der Wichtigkeit des Opferfestes kein Kriterium sein. Das Opferfest ist das höchste islamische Fest und wird auf dem Höhepunkt der Hadsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka.

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