Politik

„In einer bevölkerungsarmen Region neu bauen“

| Lesedauer: 3 Minuten

Zum Artikel: „Koste es, was es wolle“ vom 23. September

2007 ... 2012 ... 2017 ... 2030? Der BER am Standort Schönefeld wird niemals vollendet werden, so viel ist sicher. Ein Neuanfang muss her und zwar an einem anderen Standort. Viele Regionen Brandenburgs wie die Prignitz und die Uckermark sind nahezu entvölkert, während der Speckgürtel um Berlin wächst. Beispielsweise könnte in der Kyritz-Ruppiner Heide ein wirklicher Großflughafen entstehen, mit 24-Stunden-Betrieb, mindestens drei Start-und Landebahnen und mehreren Passagier- und Cargo-Terminals. Anschluss an Schiene und Autobahn in Richtung Berlin, Hamburg und Rostock wäre gegeben. Immer wieder wird über die Entvölkerung gerade der brandenburgischen Randgebiete geklagt. Warum nicht die Chance nutzen, eine Metropole wie Berlin vom Fluglärm zu befreien und gleichzeitig strukturschwache Regionen Brandenburgs zu fördern? Nur so hat die deutsche Hauptstadtregion eine Chance, wieder einen Platz auf der weltweiten Luftfahrtkarte einzunehmen. Sollte wirklich der Ausstieg aus dem BER beschlossen werden, dürfen jedoch auf keinen Fall die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden. Es müssen Verfahren wie die Planfeststellung und gerichtlichen Klagewege beschleunigt werden. Ein Generalplaner wie die Fraport oder Hochtief muss her oder am besten gleich arabische oder chinesische Firmen. Wir Deutschen scheinen leider nicht mehr in der Lage zu sein, ein Großprojekt planerisch und baulich zu vollenden.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Es wird der Tag kommen, an dem sich herausstellt, dass eine einflussreiche Lobby diesen Flughafen von Beginn an nicht gewollt und den Baufortschritt, wo immer sie konnte, sabotiert hat. Mit dem erneuten Baustopp gelingt es ihr womöglich, den 300.000 Nordberlinern den Fluglärm weitere Jahre zuzumuten. Damit wäre genau das Gegenteil von dem erreicht, was der Regierende Bürgermeister Müller bei seinem Amtsantritt als eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart angesehen hat: Nämlich gegenüber den betroffenen Bürgern in Reinickendorf, Wedding und Spandau endlich das Versprechen einzulösen, sie von dem schon viel zu lange währenden Fluglärm zu befreien.

Werner Schulz, Spandau

Zerronnen der Traum, weltweit Nummer eins zu werden

Zum Artikel: „Die VW-Methode: Wie Autobauer tricksen“ vom 22. September

Zerronnen ist der Traum von Ferdinand Piëch, der VW-Konzern möge Toyota vom Thron des Weltmarktführers drängen. Die Manipulationen sind keineswegs „Tricksereien“, sie sind Betrug. Jedoch der ADAC, der auch wegen „Tricksereien“ kritisiert wurde, ist schnell bereit zu erklären, dass nicht betrogen werde – die rechtlichen Vorgaben seien in Deutschland einfach zu lasch. Das weiß der ADAC schon seit Jahren, doch er hat nichts dagegen unternommen. Das alles erinnert an die Manipulationen der Banken. Die Deutsche Bank sitzt heute noch im Gewirr von Skandalen – mit konkreten oder noch zu erwartenden Bußgeldern in Milliardenhöhe. Wie Banken, die auch noch in alter Manier weiterwurstelten, als andere schon in der Bredouille waren, so hat VW weitergemacht, nachdem 2014 die Umweltbehörde EPA diesen Betrug erstmals erkannt hatte. Es befremdet, wenn ein Mitglied der deutschen Regierung behauptet, dass „Made in Germany“ aber nach wie vor ein Qualitätsmerkmal sei, das dadurch nicht in Gefahr gerate.

Jürg Walter Meyer, Leimen

Irgendwo im Unternehmen muss doch der Betrug angefangen haben und von einem Vorgesetzten und dessen Vorgesetzten usw. genehmigt worden sein. Keine Entscheidung bezüglich eines Autos oder eines sonstigen Konsumguts wird ohne Genehmigung durchgesetzt. Gutes Image ade.

Timo Ulli, via Facebook

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