AtheN

Rücktritt nach nur zwölf Stunden im Regierungsamt

AtheN. Nur wenige Stunden nach seiner Vereidigung als griechischer In­frastrukturstaatssekretär und Vizeminister musste Dimitris Kammenos zurücktreten. Kammenos hatte in den vergangenen beiden Jahren mehrere antisemitische und rechtsextremistische Kommentare im Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet. Dazu gehörte auch ein retuschiertes Foto vom Eingang des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz, auf dem der Satz „Wir bleiben in Europa“ statt „Arbeit macht frei“ stand. Kammenos gehört zur rechtspopulistischen Anel. Deren Chef Panos Kammenos habe sich bei Tsipras besonders für die Berufung seines Namensvetters ins Kabinett starkgemacht. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras tat seinem Koalitionspartner den Gefallen – ohne zuvor zu prüfen, wen er sich da in seine Regierung holte. Unmittelbar danach sorgten die anstößigen Kommentare des neuen Vizeministers in der linken Regierungspartei Syriza für Aufruhr. Tsipras erfuhr davon in Brüssel beim EU-Sondergipfel – und veranlasste den Rücktritt des Vizeministers.

Dimitris Kammenos redet sich damit heraus, sein Twitter-Account sei von zahlreichen Mitarbeitern („mehr als 20“) mit Beiträgen bestückt worden. Außerdem sei sein Konto bei dem sozialen Netzwerk mehrfach von Hackern missbraucht worden.

Dass Tsipras einen Politiker, der einen so unvorsichtigen Umgang im Internet an den Tag legt, zum Vizeminister für Netze berief, sorgt nun sogar in Regierungskreisen für Fassungslosigkeit: „Es ist eine Schande!“, kommentierte die Syriza-Abgeordnete Vasiliki Katrivanou.

( G.H )

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