Berlin

VW-Skandal wird zum Crashtest für die Autowirtschaft

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Berlin.  Volker Kauder ist „fassungslos“. Der Unionsfraktionschef befürchtet, dass die VW-Affäre weite Kreise ziehen wird, „die gesamte Automobilbranche einen Schaden davonträgt“, wie er der Berliner Morgenpost sagte.

Der Christdemokrat gehört zu den Regierungspolitikern, die unverhohlen Kritik am Unternehmen üben und offen die Dimension der Affäre ansprechen. Der Betrugsskandal sei eine Gefahr für den Innovationsstandort. „Wir wollen, dass mit offenen Karten gespielt wird. Zur Innovationsfreude eines Landes gehört auch Vertrauen“, sagte er bei einer CDU/CSU-Wirtschaftskonferenz in Berlin. Er befürchtet einen schweren Vertrauenslust – „und das könnte für uns durchaus wirtschaftliche Probleme haben“. Auf Sensoren, die merkten, wenn ein Auto auf dem Prüfstand stehe, könne er gut verzichten, „das ist keine Innovation, die wir brauchen“, sagte Kauder.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnete die Abgasmanipulationen als „völlig inakzeptabel“. „Der Schaden, den einige Leute für das Unternehmen und die Mitarbeiter verursacht haben, ist riesig“, sagte er auf der Internationalen Automobilaustellung in Frankfurt/Main. Insgesamt werde bei Volkswagen mit großer Qualität und hoch innovativ gearbeitet. „Die Mitarbeiter dürfen nicht unter dem Fehler leiden, den andere gemacht haben.“

Heftige Kritik der Grünen am Bundesverkehrsminister

Unterdessen wies Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der am Vortag eine Untersuchungskommission eingesetzt und nach Wolfsburg entsandt hatte, den Vorwurf der Grünen zurück, sein Haus habe vom Einsatz einer Abgasmanipulations-Software bei Autoherstellern gewusst. „Die Vorwürfe sind falsch und unanständig“, sagte Dobrindt nach einer Sitzung des Bundestagsverkehrsausschusses in Berlin. Auf die Frage, wann er zum ersten Mal von dem Verdacht gegen VW gehört habe, antwortete der Minister: „Ich habs am Wochenende aus der Zeitung erfahren, wie alle anderen auch.“

Die Grünen blieben bei ihrer Kritik. Fraktionsvize Oliver Krischer sagte, Dobrindt habe im Ausschuss keineswegs den Eindruck ausräumen können, dass die Regierung grundsätzlich von Tricksereien der Autokonzerne bei Abgas- und Verbrauchsangaben im Bilde gewesen sei. Die Union nahm ihren Politiker in Schutz. Die Grünen manipulierten selbst Informationen, nur um Dobrindt zu schaden.

( BM )

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