Jerusalem/Moskau

Israel befürchtet Angriff aus Syrien mit russischen Waffen

Jerusalem/Moskau.  Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befürchtet im syrischen Bürgerkrieg einen Angriff auf sein Land mit russischen Waffen. Er sei nach Russland gekommen, „damit es keine Missverständnisse zwischen unseren Ländern gibt“, sagte Netanjahu laut der Nachrichtenagentur Tass bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin.

Russland beliefert die syrische Regierung mit Kriegstechnik und schließt auch die Entsendung von Soldaten im Kampf gegen islamistische Terroristen nicht aus. Befürchtungen Netanjahus, Syrien könne Israel angreifen, wies Putin als unbegründet zurück. Syriens Streitkräfte seien dazu nicht in der Verfassung, sagte er. Außerdem will Israel verhindern, dass es versehentlich zu einer Konfrontation mit dem russischen Militär kommt. Dies gilt besonders für den Einsatz der Luftwaffe. Auch die USA, die in Syrien Stellungen der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ bombardieren, wollen Konflikte mit russischem Militär vermeiden.

Russland hatte kürzlich Kampfjets auf den Flughafen der syrischen Stadt Latakia verlegt. Israel hat in der Vergangenheit Luftangriffe auf Rebellen im Süden Syriens und libanesische Hisbollah-Kämpfer geflogen, die des Waffenschmuggels verdächtigt werden. Am Montag wurde bekannt, dass Russland nächstes Jahr neun Kampfjets vom Typ MiG-29M an Syrien liefern wird. Grundlage sind bereits geschlossene Verträge. Weitere Flugzeuge vom Typ Jak seien zur Auslieferung bereit, wie die Zeitung „Kommersant“ schreibt.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen lehnte unterdessen ein Zusammengehen der internationalen Gemeinschaft mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad ab. „Dann würden wir einen Fehler wiederholen, den wir schon oft genug gemacht haben, nämlich zu glauben, dass der Feind meines Feindes dadurch schon mein Freund wird“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dem RBB-Inforadio. Assad sei ein Fall für den Internationalen Strafgerichtshof.