BielefelD/Anakra

Vermummte greifen türkische Moschee in Bielefeld an

BielefelD/Anakra. Der Konflikt zwischen Türken und Kurden im Südosten der Türkei droht nach Deutschland überzugreifen. Mindestens 25 Vermummte haben eine türkische Moschee in Bielefeld angegriffen und mehrere Autos beschädigt. Hintergrund der Attacke am Donnerstagabend sei vermutlich der Konflikt zwischen Türken und Kurden in der Türkei, teilte die Polizei am Freitag mit. Die mutmaßlich kurdischen Angreifer hätten erfolglos versucht, in die Moschee einzudringen. Die Polizei nahm eine Person fest. Die Angreifer hätten vor der Moschee parkende Autos beschädigt und Parolen der kurdischen Untergrundorganisation PKK an ein angrenzendes Gebäude geschmiert. Das Gebäude werde wohl von der rechtsgerichteten türkischen Vereinigung Graue Wölfe genutzt, berichtete die Polizei. Menschen wurden nicht verletzt.

Seit dem Ende des Waffenstillstandes zwischen PKK und türkischer Regierung im Juli liefern sich Kämpfer der Kurdenorganisation und Sicherheitskräfte im Südosten der Türkei Gefechte. Seitdem sind mehr als 100 Polizisten und Soldaten und etwa 2000 PKK-Mitglieder getötet worden. Auch am Freitag setzte die Türkei ihre Luftangriffe gegen die PKK im benachbarten Irak fort. Sicherheitskreisen zufolge bombardierten in der Nacht zum Freitag mehr als 15 türkische Kampfflugzeuge PKK-Ziele in der nordirakischen Grenzregion. Die türkische Armee hat den Einsatz ausgeweitet, seit am vergangenen Sonntag bei einem PKK-Anschlag 16 Soldaten starben.

Auch die Gewalt im überwiegend kurdischen Südosten der Türkei hielt am Freitag an. Mutmaßliche PKK-Extremisten eröffneten in Diyarbakir das Feuer auf ein vor allem von Polizisten besuchtes Restaurant. Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Beamte und ein Zivilist verletzt.