Berlin

Flüchtlinge aus Ungarn treffen in Berlin ein

| Lesedauer: 3 Minuten
Andreas Gandzior und Steffen Pletl

Kein Platz mehr für Spenden in Spandauer Einrichtung

Berlin.  Die erwartete Ankunft von zusammengerechnet ungefähr 600 Flüchtlingen, die über Ungarn nach Deutschland kommen und weiter nach Berlin reisen sollten, hat sich um mehr als 24 Stunden verzögert. Ihre Ankunft aus München wurde seit Sonnabendabend erwartet. Doch erst am Sonntag um 16.45 Uhr seien die ersten vier der insgesamt sieben Reisebusse in München abgefahren, wie Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Erst nach Mitternacht sollten die Menschen dann in Berlin eintreffen. Czaja hatte am Sonntagabend auch angekündigt, dass Berlin über die vereinbarten 350 Flüchtlinge hinaus noch zusätzlich 250 Flüchtlinge aufnehmen wolle.

Nach der Einreisegenehmigung Deutschlands waren am Sonnabend Tausende Flüchtlinge aus Ungarn am Münchner Hauptbahnhof eingetroffen und zum Teil bereits in andere Bundesländer weitergeleitet worden. Sie sollten nach ihrer Ankunft in Berlin in Zelten auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht werden.

Unklarheiten und falsche Informationen über 24 Stunden

In den mehr als 24 Stunden des Wartens gab es in regelmäßigen Abständen Meldungen zum Eintreffen, die sich aber alle als falsch erwiesen. So teilte die zuständige Wohnheimbetriebs GmbH am Sonnabend noch mit, dass in der Nacht zu Sonntag gegen vier Uhr die ersten Flüchtlinge einträfen. Es geschah aber nichts. Am frühen Sonntagmorgen hieß es dann nach Angaben einer Sprecherin der Senatssozialverwaltung, dass die Menschen aus Syrien frühestens am Sonntagvormittag in Berlin ankommen würden. Auch das erwies sich als falsch.

Auch über den Transport der Menschen nach Berlin wurde viel spekuliert. Mal ging man von Sonderzügen der Bahn aus, wenig später war von mehreren Bussen die Rede. Es sei noch unklar, ob bei der Verteilung der Menschen Züge zum Einsatz kommen oder doch eher Busse, teilte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin, Thorsten Peters, auf Anfrage der Berliner Morgenpost am Nachmittag mit. Man sei vorsorglich auf die Ankunft der Menschen an Bahnhöfen vorbereitet. Auch die Helfer vom Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr hatten sich seit dem Sonntagmorgen bereitgehalten. In der ehemaligen Kaserne an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße war man seit Mitternacht in der Nacht zum Sonntag zur Aufnahme der Flüchtlinge vorbereitet.

In jedem der Zelte finden zehn Personen einen Schlafplatz. Bei ihrer Ankunft werden die Flüchtlinge zuerst namentlich erfasst und erhalten ein Armband. Anschließend erfolgt die Aufteilung auf die Zelte. „Wir sind gut auf die Ankunft vorbereitet und haben Platz für mindestens 360 Personen“, sagte Susan Hermenau, Sprecherin der Betreibergesellschaft. „300 Menschen bekommen wir in den Zelten unter, für 60 gibt es noch Platz in den Gebäuden.“

Während die Helfer und Verantwortlichen auf die Flüchtlinge warteten, brachten viele Berliner Sachspenden zu der Unterkunft. Das geschah in derart großen Mengen, dass Susan Hermenau, zuständig für die Flüchtlingsunterkunft, am Sonntag gebeten hatte, dass keine Sachspenden mehr gebracht werden sollen. „Wir haben in den vergangenen Tagen so viele Spenden erhalten, dass wir nicht mehr wissen, wohin damit“, sagte Susan Hermenau der Berliner Morgenpost. „Das übersteigt unsere Lagerkapazitäten.“

Auch habe man nicht ausreichend Personal, um die Spenden wie beispielsweise Kleidung und Decken zu sortieren. Mit der Spendenannahme wurde eine Hilfsorganisation beauftragt, die die Sachen entgegennimmt und an anderer Stelle einlagert.

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