Politik

Zalando will mit Flüchtlingen in Tempelhof feiern

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Der Internetversandhändler Zalando hat ein Zusammenhang zwischen der Absage der ursprünglich geplanten Modemesse auf dem Flughafen Tempelhof und der Insolvenz der Bread & Butter zurückgewiesen. „Das hat nichts miteinander zu tun“, sagte ein Firmensprecher am Donnerstag. Das Unternehmen, das den Veranstaltungsbetrieb der Bread & Butter nach der Insolvenz Ende vergangenen Jahres übernommen hatte, wollte ursprünglich Ende Oktober sein neues Konzept für die Modemesse vorstellen. „Es ist aber klar, dass kein kommerzielles Event da stattfinden kann, wenn nebenan Flüchtlinge untergebracht sind, die möglicherweise traumatisiert sind“, sagte der Sprecher weiter. Deswegen plane das Unternehmen jetzt eine Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der Flüchtlinge mitwirken sollen, wenn das möglich sei. Das Konzept für die Ersatzveranstaltung sei derzeit in der Planung. Gedacht sei an ein Konzert nach dem Vorbild von Band Aid, bei dem mehrere Bands zugunsten der Hungerkatastrophe in Äthiopien auftraten.

Zalando unterstütze die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens ausdrücklich, so das Unternehmen weiter. Anfang der Woche habe Zalando dem Senat das Angebot unterbreitet, den flüchtlingsgerechten Umbau der Hangars, zum Beispiel durch das Errichten von Trennwänden, zu übernehmen. Derzeit sei eine Verwendung zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht möglich, da die Dächer der beiden Hangars undicht sind, sagte der Unternehmenssprecher weiter.

Im Juni dieses Jahres hatte Zalando überraschend das Veranstaltungsgeschäft aus der Bread & Butter Insolvenzmasse übernommen. Unter anderem der Veranstaltungsort habe es Zalando angetan, neben dem weltweit bekannten Namen Bread & Butter, begründete die Geschäftsführung die Übernahme. Offenbar strebt der Internetversandhändler mit der Übernahme in das Veranstaltungsgeschäft.

Die Bread & Butter ist eine der wichtigsten Modemessen für Alltagskleidung, sogenannte Streetware. Sie war bisher ein wesentlicher Teil der Fashion Week Berlin, für die Hersteller, Händler und Modebegeisterte jeden Januar und Juli nach Berlin kommen. In Tempelhof startete sie erstmals 2009.

Zuletzt hatte es Probleme gegeben. Zahlreiche Aussteller hatten kein Interesse mehr. Zudem hatte Müller Schwierigkeiten, die Miete in Millionenhöhe für das Flughafengebäude zu zahlen. Mitte Dezember 2014 meldete er Insolvenz für das Unternehmen an.

( -ker )

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