Hamburg

Große Sorge um Helmut Schmidt

| Lesedauer: 2 Minuten
Philipp Neumann

Altkanzler mit Gefäßverschluss auf der Intensivstation. Keine Lebensgefahr

Hamburg.  Die Sorgen um den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) nehmen zu. Nachdem der 96-Jährige bereits vor gut drei Wochen stationär eingeliefert werden musste, liegt er seit Dienstag erneut im Hamburger Krankenhaus St. Georg – diesmal auf der Intensivstation. Grund ist ein Gefäßverschluss im rechten Bein.

„Zwar besteht keine akute Lebensgefahr, doch sieht es gar nicht gut aus“, hieß es im Freundeskreis des Altkanzlers. Eine solche Diagnose sei bei einem Menschen in diesem hohen Alter immer ein großes Problem. Bei einer Untersuchung am Mittwoch soll geklärt werden, ob Helmut Schmidt ohne eine Operation geheilt werden kann. Letztere wäre, so ist intern zu hören, „hochgradig kompliziert“. Der Einsatz eines Katheters konnte noch keine Klärung bringen.

Nachdem Schmidts „Leibarzt“ und Vertrauter Professor Heiner Greten ins Privathaus des betagten Politikers nach Langenhorn gerufen worden war, wies er seinen Patienten sofort ins Krankenhaus ein. Dort ist für ihn Professorin Sigrid Nikol zuständig, die Chefärztin der Angiologie, dem Zentrum für Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Diabetes.

Ob Helmut Schmidt nur ein paar Tage oder auf unbestimmte Zeit in der Klinik bleiben muss, ist nach Auskunft eines Freundes vollkommen offen. „Helmut hat Biss und Kraft“, sagte dieser, „die Lage jedoch ist ernst.“

Ein arterieller Gefäßverschluss entsteht in der Regel auf dem Boden einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Es ist eine Volkskrankheit, an der in Deutschland etwa 4,5 Millionen Menschen leiden. Bei der Erkrankung bildet sich in der Arterie ein Blutgerinnsel, das schließlich das Gefäß verschließt.

Die Erkrankung wird in vier Schweregrade unterteilt. Kommt es zu einem kompletten Verschluss, wird das Gewebe, das von der betroffenen Arterie versorgt wird, nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Das betroffene Bein wird blass, der Patient hat starke Schmerzen.

Bereits am 7. August dieses Jahres war der SPD-Politiker ins Krankenhaus St. Georg eingeliefert worden. Die befürchteten Herzprobleme bestätigten sich seinerzeit nicht. Vermutlich hatte er zu wenig getrunken, sein Körper trocknete aus. Nach zwei Tagen konnte er gesund entlassen werden. Damit ist diesmal nicht zu rechnen.

( jmo/cw )

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