Beirut

Fast 90 Verletzte bei Protesten gegen Müllkrise in Beirut

Tausende demonstrieren im Libanon gegen Müllberge

Beirut. Bei den anhaltenden Protesten gegen die Müllkrise im Libanon ist die Gewalt erneut eskaliert. Nach Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten am Sonntagabend wurden nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 59 Demonstranten ins Krankenhaus gebracht. 343 weitere Menschen seien wegen leichter Verletzungen vor Ort behandelt worden. Auf Seiten der Sicherheitskräfte gab es nach deren Angaben 30 Verletzte.

Seit Schließung der größten Müllkippe des Libanon Mitte Juli gibt es in dem Land ein gravierendes Müllproblem. Einige Gemeinden sammeln zwar den Abfall ein, laden ihn dann aber auf illegalen Müllplätzen ab. Die Bewegung „Ihr stinkt“ hatte in den vergangenen Wochen bereits auf mehreren Kundgebungen eine Lösung für das Müllproblem gefordert. Die Forderungen der Demonstranten gehen aber über die Müllproblematik hinaus: Sie wollen auch ein Ende der Korruption, des politischen Stillstands und Verbesserungen bei der Infrastruktur des Landes wie der Strom- und Wasserversorgung.

Zu der erneuten Eskalation kam es, als am Sonntagabend etwa 200 zum Teil vermummte Jugendliche auf einem zentralen Platz demonstrierten und die Polizisten mit Steinen und mit Sand gefüllten Flaschen bewarfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menge zu vertreiben. Zuvor hatten sich am Nachmittag tausende Menschen vor dem Sitz von Regierungschef Tammam Salam versammelt. Sie protestierten friedlich gegen die Müllkrise, manche forderten den Rücktritt der Regierung. Salam erklärte sich zu Gesprächen mit den Organisatoren der Proteste bereit.

( AFP )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos