Politik

Müller: „Berlin trauert um seinen Ehrenbürger Egon Bahr“

Der Berliner Bürgermeister Michael Müller äußert sich zum Tod des Parteimitglieds Egon Bahr. Er sei bestürzt und in tiefer Trauer.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller vor der Mauergedenkstätte –  ein bedeutender Ort für den verstorbenen Egon Bahr

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller vor der Mauergedenkstätte – ein bedeutender Ort für den verstorbenen Egon Bahr

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, über den Verlust und die Bedeutung der Person Egon Bahr für Berlin:

„Egon Bahr war ein intellektuell eindrucksvoller und scharfsinniger politischer Denker, Politiker und Stratege. Er war ein immer verlässlicher und zutiefst vertrauenswürdiger politischer Partner und Berater. Ich habe ihn persönlich kennengelernt, als ich junger Fraktionsvorsitzender war. Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen, die ich sehr geschätzt habe. Jedes Gespräch mit ihm war ein außerordentlicher Gewinn.

Sich selbst und seine großen geistigen Gaben hat der Journalist Bahr in den Dienst unseres Landes gestellt und in loyaler und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem ihm menschlich eng verbundenen Willy Brandt Beachtliches für die Bürgerinnen und Bürger des geteilten Landes geleistet. Dabei hat Egon Bahr auch über seine Berliner Zeit hinaus besonders die Berlinerinnen und Berliner im Blick gehabt.

Die Tragödie der Teilung unserer Stadt gerade auch in ihrer familiären Dimension stand ihm immer vor Augen. Gerade auch, wenn er als Architekt der Ostpolitik den Wandel durch Annäherung sei es mit der Regierung in Ost-Berlin, sei es mit Warschau oder auch mit Moskau betrieben hat. Letztlich ging es ihm bei seinen diplomatischen Bemühungen immer auch um die Menschen in seiner Stadt, in seinem Berlin. Dafür sind und bleiben wir Egon Bahr dankbar. Er hat ein Leben lang viel für unsere, für seine Stadt getan.“

Der Regierende Bürgermeister weiter: „Der Fall der Mauer und die Gewinnung der Einheit der Deutschen waren ein wunderbarer Lohn für die Geduld, die Beharrlichkeit und die Anstrengungen des Patrioten Egon Bahr. Man darf sagen, dass Bahrs Politik Erfolg gehabt hat. Das ist keineswegs jedem beschieden, der politisch arbeitet.

Mit Egon Bahr verlieren die deutsche Politik und die deutsche Sozialdemokratie eine ihrer ganz großen Persönlichkeiten. Bahr hat trotz seiner eloquenten Streitbarkeit über alle Parteigrenzen hinweg großes Ansehen genossen. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden und Tagen bei seinen Angehörigen, Freunden und Bekannten. Berlin trauert um seinen Ehrenbürger Egon Bahr.“

Egon Bahr war von 1960 bis 1967 unter dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt Chef des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin. Bahr begleitete Brandt bei dessen Wechsel ins Auswärtige Amt, arbeitete als Staatssekretär im Bundeskanzleramt und war späterhin Bundesminister u.a. für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter Bundeskanzler Helmut Schmidt und Mitglied des Deutschen Bundestags. Im Jahr 2002 wurde Bahr die Ehrenbürgerschaft von Berlin verliehen.

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