Berlin/Washington –

Westliche Staaten verurteilen Gewalt des IS in Libyen

Libysche Regierung bittet um Luftangriffe gegen Terrormiliz

Chaos in Libyen: Gute Zeiten für Islamisten und Menschenschmuggler

Chaos in Libyen: Gute Zeiten für Islamisten und Menschenschmuggler

Berlin/Washington.  Die USA, die Bundesregierung und vier weitere EU-Länder haben das „barbarische“ Vorgehen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in der umkämpften libyschen Stadt Sirte verurteilt. „Wir sind tief beunruhigt über Berichte, wonach die Kämpfer dicht besiedelte Viertel der Stadt bombardiert und willkürliche Gewalttaten begangen haben, um die libysche Bevölkerung zu terrorisieren“, so eine gemeinsame Erklärung vom Sonntagabend (Ortszeit).

Die Dschihadisten hatten die nord­libysche Küstenstadt Sirte im Juni erobert. Ein Vertreter der örtlichen Behörden sprach von einem „wahren Krieg“, der nun herrsche. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Lana enthaupteten Extremisten zwölf gegnerische Kämpfer und hängten ihre Leichen an Kreuzen auf. In ihrer gemeinsamen Erklärung forderten die westlichen Regierungen die verfeindeten Konfliktparteien in Libyen auf, gemeinsam gegen den IS zu kämpfen. Die Lage in Sirte unterstreiche „die dringende Notwendigkeit“, eine Regierung der nationalen Einheit zu gründen, die mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft Schutz bieten könne gegen „Extremistengruppen, die versuchen, das Land zu destabilisieren“.

Die international anerkannte Regierung in Libyen hatte die Mitglieder der Arabischen Liga am Wochenende um „gezielte Luftangriffe gegen die IS-Stellungen in Sirte“ gebeten. Sie selbst sei „unfähig, dem IS zu begegnen, wegen des Waffenembargos gegen die Armee“, das die UN 2011 verhängt hatten. In Libyen beanspruchen seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi zwei Parlamente und zwei Regierungen die Macht für sich.