Mainz –

Willkommensgruß bewegt Moderator Claus Kleber

| Lesedauer: 2 Minuten
Christian Meier

Worte eines Busfahrers werden zu emotionalem Moment

Mainz.  Die Geschichte eines Busfahrers mit einem Herzen für Flüchtlinge hat ZDF-Moderator Claus Kleber, 59, fast zu Tränen gerührt. Kleber erzählte im „heute journal“ vom Mittwoch von Sven Latteyer aus Erlangen, der 15 Asylbewerber in seinem Bus willkommen hieß – Kleber musste mit den Tränen ringen. Er berichtete zunächst, dass sich der Busfahrer das Mikrofon gegriffen und auf Englisch gesagt habe: „Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus: Willkommen! Willkommen in Deutschland, willkommen in meinem Land, haben Sie einen schönen Tag!“

„Es kann manchmal so einfach sein“, fuhr Kleber noch fort. Dann musste er an sich halten, bevor er an Komoderatorin Gundula Gause übergab. Am Tag danach hielt sich Kleber zurück: Er wolle um die Geschichte „keinen Wirbel“ machen, sagte Claus Kleber auf Nachfrage. Und: „Bitte kein Gespräch.“ Doch die Sympathien für Klebers emotionalen Moment sind am Tag danach so groß, dass er sich per Twitter bedankt. Er soll jetzt Fragen beantworten, Medien wollen mehr wissen. Ein Nachrichtenmoderator von der Bekanntheit Klebers, der einen Moment seinen professionellen Nachrichtenmodus vergisst – das interessiert die Menschen.

Das weiß auch Kleber, und darum erklärt er sich dann doch in ein paar Zeilen: „Ich würde mich schon sehr freuen, wenn die kleine Meldung dazu hilft, dass ein paar Menschen bei alltäglichen Begegnungen ähnlich handeln wie dieser tolle Busfahrer Sven Latteyer.“ Und weiter: „In einem fremden Land kann schon ein ‚Hi, how are you‘ oder ein ‚welcome‘ den Tag verändern. In einer Web-Reportage sah ich eine Frau aus Syrien, die sagte sinngemäß: ‚Sprechen Sie uns doch bitte einfach mal an. Wir können doch nicht in der Fußgängerzone von uns aus Leute anhalten und ihnen unsere Geschichte aufdrängen.‘ Das meinte ich mit ‚Es kann manchmal so einfach sein‘.“

Auf Twitter schreibt Kleber außerdem: „Seltsam. So viel versendet sich. Dann springt einem mal ein Frosch in Hals – whoom macht das Netz. Aber nett. Danke!“ Und in einem weiteren Tweet: „Ich reagiere manchmal auf positive Kleinigkeit emotionaler als auf große Story. Nicht sehr professionell. Aber okay? Nächste Sendung wartet“.

Das Flüchtlingsthema wird in den Medien wie in Haushalten diskutiert. Meinungen von prominenten Medienmachern sorgen für Gesprächsstoff. Wie beispielsweise neulich der Kommentar in den „Tagesthemen“ von Anja Reschke. Sie hatte mit ungewöhnlich scharfen Worten Hassbekundungen und Drohungen gegen Flüchtlinge verurteilt.

( mit dpa )

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