Donezk/Kiew –

Brandanschlag auf Wagen der OSZE in der Ukraine

Donezk/Kiew.  Bei einem Brandanschlag auf OSZE-Fahrzeuge in der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk haben Unbekannte vier gepanzerte Wagen zerstört. Trotz des schweren Zwischenfalls blieben die OSZE-Beobachter in der Konfliktregion, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa am Sonntag mit. Zu dem Angriff auf den Fuhrpark kam es in der Nacht. Die OSZE überwacht die Lage in dem Kriegsgebiet mit mehr als 500 Mitarbeitern. Regierungseinheiten und prorussische Aufständische berichteten unterdessen erneut von Toten bei Gefechten – trotz einer Waffenruhe.

Gegen den Protest Russlands stufte die prowestliche Regierung in Kiew 14 ausländische Künstler als Gefahr für die nationale Sicherheit ein, darunter den französischen Schauspieler und Wahl-Russen Gérard Depardieu. Ebenfalls auf der Liste stehe etwa der in Donezk geborene Duma-Abgeordnete und Sänger Iosif Kobson, der als Unterstützer der Separatisten gilt, teilte das Kulturministerium in Kiew mit. Unklar war zunächst, ob damit auch Filme und Tonaufnahmen verboten sind.

Depardieu, der auch einen russischen Pass hat, war bereits mit einem Einreiseverbot belegt worden. Der ukrainische Geheimdienst prüft derzeit eine „schwarze Liste“ mit über 500 ausländischen Künstlern. Der Menschenrechtsbeauftragte beim Kreml, Michail Fedotow, kritisierte in Moskau, die Ukraine habe „jedes Maß und Ziel verloren“. Der russische Abgeordnete Franz Klinzewitsch von der Regierungspartei Geeintes Russland verurteilte die Liste als Bestrafung kritischer Menschen. „Ihre ganze Schuld besteht darin, dass sie sagen, was sie denken“, sagte er der Agentur Tass zufolge.

Die Separatisten in Donezk distanzieren sich vom Anschlag auf die OSZE. Die Tat sei vermutlich von Provokateuren verübt worden. Zuletzt hatten Demons­tranten in Donezk der OSZE „Einseitigkeit“ vorgeworfen.