Berlin –

Nato-Truppe hat Probleme mit der Aufrüstung

Berlin.  Die maßgebliche Bundeswehreinheit für die schnelle Eingreiftruppe der Nato hat Schwierigkeiten mit der Ausrüstung. Das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen habe sich insgesamt 14.792 Ausrüstungsgegenstände bei 56 anderen Bundeswehreinheiten „ausleihen“ müssen, schreibt die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf einen als geheim eingestuften Bericht. 978 Materialanforderungen der Einheit habe die Bundeswehr laut dem Papier „nicht im Bestand“. Das Panzergrenadierbataillon 371 beteiligt sich mit rund 900 Soldaten an der schnellen Eingreiftruppe der Nato, der sogenannten Speerspitze. Der verteidigungspolitische Blog „Augen geradeaus!“ hatte im März unter anderem über fehlende Nachtsichtgeräte berichtet.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte auf Anfrage zum Zeitungsbericht mit: „Die Aussagen werden dem hohen Einsatz unserer Truppe bei der ersten Verlegeübung für die Nato-Speerspitze nicht gerecht.“ An der Übung in Polen hatte die Bundeswehr im Juni mit 350 Soldaten sowie 20 Ketten- und rund 80 Radfahrzeugen des Panzergrenadierbataillons 371 aus Marienberg teilgenommen. Dabei habe die Nato bewiesen, dass sie schnell und schlagkräftig zur Bündnisverteidigung handeln könne, erklärte der Sprecher. „Um alle deutschen Truppenverbände so reaktionsfähig zu machen, hat die Verteidigungsministerin bereits Anfang 2015 angewiesen, diese Verbände voll auszustatten.“

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), sagte der Zeitung: „Die Ausrüstungslücken müssen schnell geschlossen werden. Sie gehen zulasten der Soldatinnen und Soldaten in Übung und Einsatz.“