Politik

„Welche kranken Firmen sind sonst noch am BER?“

Zum Artikel: „Wichtige Baufirma am BER meldet Insolvenz an“ vom 7. August

Mit der Ablehnung eines Generalunternehmers, anfangs Hoch Tief, seitens Wowereit, fing das finanzielle und technische Desaster des BER erst an. Was soll’s, jetzt eröffnet eine der wichtigsten Firmen beim Bau des BER, die Imtech Deutschland GmbH, ein Insolvenzverfahren. Die Firma war zuständig für die vakanten Gewerke Heizung-Lüftung und Sanitär. Insgesamt eine unbefriedigende Angelegenheit, entzieht sich die Firma doch so nebenbei den unter Umständen anfallenden Schäden, die während der Gewährleistungszeit auftreten können. Man kann nur hoffen, dass einiges fachkundige Personal der Imtech noch dem BER fachlich zur Verfügung steht. Doch unter dem Strich sind doch einige Versager schlicht Gewinner beim Milliardenspiel. Wenn ich an die Summen denke, die einigen Herren noch zum Abschied überreicht wurden, konnte man sich nur noch wundern. Doch ob der Beschwerde wegen 2,6 Milliarden Zubrot für den BER in Brüssel stattgegeben wird, ist letztendlich eine spannende Angelegenheit.

Thomas Hansen, per E-Mail

Wie können sich die BER-Verantwortlichen denn zur Imtech-Pleite verwundert die Augen reiben, wenn die ZEIT bereits Ende Juli ganzseitig in einem BER-Beitrag auf das kriminelle Geschäftsmodell der Imtech-Manager mit vielen Beispielen hinwies und darauf, dass Gehälter da schon nicht mehr bezahlt wurden? Soll der Steuerzahler, einmal mehr, für dumm verkauft werden? Welche „kranken“ Unternehmen sind derzeit sonst noch auf dem Airport beschäftigt?

Nicolai Spielmann, Neukölln

Illegale Ferienwohnungen sollten zurück auf den Wohnungsmarkt

Zum Artikel: „17.000 Ferienwohnungen in Berlin werden illegal vermietet“ vom
7. August

17.000 illegale Ferienwohnungen und dazu noch 5700 legale Ferienwohnungen, die ja alle dem Wohnungsmarkt für die wachsende Bevölkerung entzogen sind. Es sind doch sowieso nur die Wohnungen, die durch Recherchen im Internet herausgefunden wurden. Ich denke, die wahre Zahl der zweckentfremdeten Wohnungen ist weit größer. Ich sehe oft Zeitungsinserate und Aushänge an Autos, die sicher nicht alle im Internet erfasst sind. Sollte da nicht der Senat beziehungsweise die Bezirkspolitiker versuchen, einen Teil dieser zweckentfremdeten Wohnungen wieder für den normalen Wohnungsmarkt zurückzugewinnen und nicht das an einigen Stellen rare Grün versiegeln? Mir nützt doch der Baum oder der kleine Grünstreifen in der Nähe meiner Wohnung viel mehr als große Parks, zu denen ich erst mit dem Auto oder der BVG anreisen muss.

Gunnar Münchow, Charlottenburg-Wilmersdorf

Neuen Jobs bei Siemens steht leider Personalabbau entgegen

Zum Artikel: „Siemens schafft 1000 neue Jobs in Windkraftfabrik“ vom 6. August

Der euphorischen Nachricht „Siemens schafft 1000 neue Jobs in neuer Windkraftfabrik“ steht leider der Personalabbau für Tausende Stellen und seit Jahren die Ausgliederungen großer Betriebseinheiten entgegen, die teils bis zur Insolvenz weiter schrumpften. Die überschaubare Investition von 200 Millionen Euro durch Siemens nach sieben Jahren geheimer Verhandlungen deutet darauf hin, dass hier das wesentliche Engagement aus Fördergeldern, das heißt Steuergeldern von Stadt, Land, Bund und EU und Überlassungen von Immobilien und gegebenenfalls Risiken besteht. Das gern von Firmen zitierte Argument vom Wettbewerb konkurrierender Standorte dient nur der Entlastung der beteiligten Politiker bei der Kostenübernahme durch die Öffentlichkeit.

Wolfgang Gädicke, per E-Mail