Migranten

Fast jeder fünfte Berliner ist Zuwanderer

Die Zahl der Zuwanderer hat im vergangenen Jahr in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Auch Berlin zieht immer mehr Menschen an.

Jeder Fünfte hat in Deutschland mittlerweile einen Migrationshintergrund

Jeder Fünfte hat in Deutschland mittlerweile einen Migrationshintergrund

Foto: Arno Burgi / dpa

Von den 3,44 Millionen Menschen, die 2014 in Berlin lebten, waren 614.000 Personen Zuwanderer (17,8 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das seien 1,1 Prozentpunkte mehr als das Statistische Bundesamt für das Jahr 2013 verzeichnet hatte. 29,5 Prozent der Zuwanderer kamen aus Ländern der Europäischen Union nach Berlin. Einen deutschen Pass besitzen 18,4 Prozent aller Zuwanderer in der Stadt.

>> Interaktive Karte: Woher Berlins Zuwanderer kommen <<

In ganz Deutschland ist die Zahl der Zuwanderer in auf einen Rekordstand gestiegen. 2014 lebten hierzulande 10,9 Millionen Menschen, die aus dem Ausland zugezogen sind. Das waren 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr - und der höchste Stand seit Beginn der Erhebung 2005.

Gut jeder Fünfte (20,3 Prozent) der rund 80,89 Millionen Menschen in Deutschland mittlerweile hat einen Migrationshintergrund. Bei den bundesweit fast 16,4 Millionen Menschen ausländischer Herkunft werden in Deutschland geborene Kinder von Einwanderern mitgezählt. Mehr als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe (56,0 Prozent) besitzt einen deutschen Pass. Im selben Zeitraum sank die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bundesweit um 885.000 beziehungsweise 1,4 Prozent.

Beim Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt Berlin auf Rang 5 - noch nach Baden-Württemberg. Den höchsten Anteil verzeichnet Bremen, den niedrigsten Mecklenburg-Vorpommern.

Menschen mit Migrationshintergrund im Ländervergleich
(Anteil an der Bevölkerung, Bundesdurchschnitt 20,3 Prozent)

  1. Bremen: 28,7%
  2. Hamburg: 28,2%
  3. Hessen: 27,6%
  4. Baden-Württemberg: 27,1%
  5. Berlin: 26,5%
  6. Nordrhein-Westfalen: 24,8%
  7. Bayern: 20,4%
  8. Rheinland-Pfalz: 20,3%
  9. Saarland: 17,6%
  10. Niedersachsen: 17,4%
  11. Schleswig-Holstein: 12,7%
  12. Brandenburg: 5,2%
  13. Sachsen: 5,1%
  14. Sachsen-Anhalt: 4,4%
  15. Thüringen: 4,4%
  16. Mecklenburg-Vorpommern: 4,3%

(Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 2014)

Fast jeder zweite Zugezogene mit Hochschulabschluss

Wie in Berlin kamen kamen auch in ganz Deutschland die meisten Einwanderer aus Ländern der Europäischen Union. Die Rangliste wird von Polen (179.000 Zuwanderer) angeführt, gefolgt von Rumänien (109.000) und Italien (55.000). Aus dem außereuropäischen Ausland wanderten mit 38.000 die meisten Menschen aus China nach Deutschland ein, 35.000 kamen aus Syrien und 28.000 aus Indien.

Von den seit 2011 Zugezogenen haben knapp 44 Prozent einen Hochschulabschluss, was für den nach Fachkräften suchenden Arbeitsmarkt besonders wichtig ist. Über 60 Prozent der Neubürger im Alter zwischen 25 und 35 Jahren haben die Voraussetzungen, um studieren zu können. Mehr als jeder Vierte (27,7 Prozent) hat allerdings keine Berufsausbildung.