Anschläge

Israel will schärfer gegen jüdische Extremisten vorgehen

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Der ultraorthodoxe Jude stach auf Teilnehmer der Gay Pride parade in Jerusalem ein

Der ultraorthodoxe Jude stach auf Teilnehmer der Gay Pride parade in Jerusalem ein

Foto: Sebastian Scheiner / AP

Nach Anschlägen auf Palästinenser und die Gay Pride Parade soll nun schärfer gegen jüdische Extremisten vorgegangen werden.

Nach dem tödlichen Brandanschlag auf eine Palästinenserfamilie im Westjordanland und eine Attacke auf die Gay Pride Parade mit einer Toten will die israelische Regierung den Kurs gegen jüdische Extremisten verschärfen. Inhaftierungen im sogenannten Behördengewahrsam, der bisher vor allem gegen Palästinenser verhängt wurde, könne in diesen Ermittlungen auch bei Israelis angewandt werden, sagte ein Sprecher von Verteidigungsminister Mosche Jaalon am Sonntag. Das gelte auch für künftige Fälle, die ähnlich gelagert seien.

Bei dem Brandanschlag in einem Dorf im Westjordanland kam am Freitag ein eineinhalbjähriger Junge ums Leben. Sein Bruder und seine Eltern erlitten schwere Verletzungen. Die Tat wird extremistischen jüdischen Siedlern zugeschrieben. Festnahmen hat es nicht gegeben.

Zudem starb eine 16-Jährige nach der Messerattacke eines ulraorthodoxen Juden auf die Gay Pride Parade in Jerusalem. Der Mann hatte am Donnerstag bei seinem Angriff fünf weitere Menschen verletzt. Der Mann hatte wegen einer ähnlichen Tat zehn Jahre im Gefängnis gesessen und war gerade erst wieder freigekommen.

Bislang vor allem bei palästinensischen Verdächtigen

Der Behördengewahrsam wurde bisher vor allem bei palästinensischen Verdächtigen angewandet, die monatelang ohne Prozess festgehalten werden können. Die Praxis wird international kritisiert. Israel hält das Vorgehen für nötig, um weitere Gewalttaten zu verhindern. Zudem soll die Identität von Informanten in Prozessen oft nicht preisgegeben werden. Der Ministeriumssprecher sagte nun, der Gewahrsam müsse wie immer von einem Gericht genehmigt werden.

Nach dem Tod des palästinensischen Jungen kam es am Wochenende erneut zu Krawallen. So beendete die israelische Armee einen Zusammenstoß zwischen jüdischen Siedlern und Palästinensern, die sich gegenseitig mit Steinen bewarfen. An mehreren Orten gingen Palästinenser und arabische Israelis auf die Straße. Am Samstag starb ein palästinensischer Jugendlicher nach Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an einer Schussverletzung.

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