Washington/Damaskus ­–

Ranghoher Al-Qaida-Anführer bei Militäreinsatz in Syrien getötet

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Al-Fadhli war Anführer der Extremistengruppe Chorasan

Washington/Damaskus ­.  Bei einem Luftangriff in Syrien ist nach Angaben der USA der Anführer der mit al-Qaida verbündeten Extremistengruppe Chorasan getötet worden. Wie das Pentagon mitteilte, starb der Extremist Muhsin al-Fadhli bereits vor zwei Wochen bei einem Angriff nahe Sarmada im Nordwesten von Syrien. Der radikale Islamist soll einer der wenigen Menschen gewesen sein, die vorab von den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wussten.

Al-Fadhli sei getötet worden, als die US-geführte Militärkoalition in Syrien sein Fahrzeug ins Visier nahm, so ein Pentagonsprecher. Unklar blieb, ob er von einer Drohne oder einem bemannten Flugzeug getroffen wurde. Der Extremist sei ein „langjähriger al-Qaida-Anhänger“ gewesen, erklärte der Ministeriumssprecher. Sein Tod werde die laufenden Missionen von al-Qaida gegen die USA und ihre Verbündeten „schwächen und zerstören“.

Die Extremistengruppe Chorasan ist nach Überzeugung von US-Geheimdiensten ein Ableger der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front und unterhält Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Anders als die Al-Nusra-Front konzentrieren sich die Chorasan-Mitglieder demnach nicht auf den Kampf in Syrien, sondern auf die Planung von Terroranschlägen gegen westliche Staaten. Auch al-Fadhli habe mit der Chorasan-Gruppe Anschläge geplant, erklärte das Pentagon.

Der in Kuwait geborene Extremist soll zudem in den Anschlag auf den französischen Öltanker „MV Limburg“ im Golf von Aden verwickelt gewesen sein, bei dem im Oktober 2002 ein Seemann getötet worden war. Auch in den Angriff auf eine US-Militäreinheit auf der kuwaitischen Insel Failaka, bei dem im selben Monat ein US-Soldat getötet worden war, soll er involviert gewesen sein.

Auf al-Fadhli hatte das US-Außenministerium ein Kopfgeld in Höhe von sieben Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) ausgesetzt. Gesucht wurde er außer von den US-Behörden auch von Kuwait und Saudi-Arabien im Zusammenhang mit Terrorismusvorwürfen.

Die USA haben schon mehrere Köpfe des islamistischen Terrors aufgespürt und getötet. Einige Beispiele:

Osama bin Laden, Mai 2011: Nach fast zehnjähriger Jagd erschießen US-Elitesoldaten bei einer Kommandoaktion in der pakistanischen Stadt Abbottabad den meistgesuchten Terroristen der Welt.

Aden Garar, März 2015: Bei einem US-Drohnenangriff in Somalia wird der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf das kenianische Einkaufszentrum Westgate getötet.

Abu Sajjaf, Mai 2015: US-Eliteeinheiten töten nach Pentagonangaben in Syrien einen ranghohen Anführer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit dem Kampfnamen Abu Sajjaf.

Mokhtar Belmokhtar, Juni 2015: Bei einem US-Luftangriff in Libyen soll einer der meistgesuchten Terroristen der Welt getötet worden sein.

Nasser al-Wahischi, Juni 2015: Der Al-Qaida-Vizechef und Anführer des Ablegers AQAP wird bei einem US-Luftangriff im Jemen getötet.

( AFP/dpa )

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