Diyarbakir –

Tote bei Explosion in türkischer Stadt Suruç

| Lesedauer: 2 Minuten

Erdogan vermutet Anschlagdes „Islamischen Staates“

Diyarbakir –.  In der Türkei sind am Montag bei einem der radikalislamischen IS-Miliz zugeschriebenen Anschlag nach Behördenangaben mindestens 27 Menschen getötet worden. Rund 100 Menschen seien bei der Explosion vor dem Kulturzentrum von Suruç nahe der syrischen Grenze verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.

Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte diejenigen, die hinter „dem Terroranschlag“ steckten. „Die ersten Hinweise zeigen, dass das ein Selbstmordanschlag des ‚Islamischen Staates‘ war“, sagte ein Insider in Ankara Reuters. Die Explosion ereignete sich just in dem Moment, als sich Jugendliche versammelten, um im nordsyrischen Kobani beim Wiederaufbau zu helfen. Das überwiegend von Kurden bewohnte Suruç liegt zehn Kilometer von Kobani entfernt. Auch dort ereignete sich eine Explosion, deren Ursache unklar war.

Das türkische Innenministerium erklärte, die Zahl der Opfer in Suruç könne noch steigen. Möglicherweise habe der IS Rache nehmen wollen, weil die türkische Regierung den Terrorismus bekämpfe, sagte ein zweiter Insider. „Ich habe mehr als zwanzig Leichen gesehen“, berichtete ein Augenzeuge. „Es war eine gewaltige Explosion. Wir wurden alle durchgeschüttelt.“ Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, eine 18-Jährige habe sich vor dem Kulturzentrum in die Luft gesprengt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

Die Abgeordnete Pervin Buldan, die der prokurdischen Oppositionspartei HDP angehört, sagte Reuters, die Explosion habe sich ereignet, als sich türkische und kurdische Jugendliche vor dem Kulturzentrum versammelt hätten, um nach Kobani aufzubrechen. Sie hätten eine Bücherei einrichten, Bäume pflanzen und einen Spielplatz bauen wollen, so Zeugin Fatma Edemen. Auch sie wollte mithelfen und wurde verletzt.

Kobani war monatelang von IS-Kämpfern belagert worden und wurde weitgehend zerstört. Die Türkei hatte kurdischen Kämpfern aus dem Irak gestattet, über ihr Staatsgebiet den Verteidigern Kobanis zu helfen. Mithilfe von Luftangriffen der US-geführten Allianz schlugen sie den IS zurück. Die Türkei hat ihre Truppen an der Grenze verstärkt, weil sie ein Übergreifen der Kämpfe zwischen kurdischen Milizen, Rebellen, syrischen Soldaten und IS auf ihr Gebiet befürchtet. Über die Ursache der Explosion in Kobani gab es unterschiedliche Angaben. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Kurdenmiliz YPG sei mit einer Autobombe angegriffen worden. Ein YPG-Sprecher sagte dagegen, es habe Explosionen bei der Beseitigung von Munition gegeben, die vom IS zurückgelassen worden sei.

( rtr )

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