Berlin ­–

Germanwings: Hinterbliebene fordern mehr Geld

Anwalt lehnt Angebot der Lufthansa über 25.000 ab

Berlin ­–.  Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe haben das Schmerzensgeld-Angebot der Lufthansa als „unangemessen“ abgelehnt. Die Angehörigen seien zornig über das Verhalten der Airline, teilte Rechtsanwalt Elmar Giemulla am Sonnabend in Berlin mit. Das angebotene Schmerzensgeld sei mit pauschal 25.000 Euro „zu wenig“, sagte er und forderte mindestens 100.000 Euro für jedes Opfer.

Giemulla vertritt nach eigenen Angaben 36 Familien. Auch das Angebot der Lufthansa, nächsten Angehörigen wie Eltern, Kindern oder Lebenspartnern ohne weitere Prüfung jeweils ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro zu zahlen, nannte der Anwalt unangemessen. Die Gruppe sei zu klein gefasst, zudem müsse der Betrag „im unteren sechsstelligen Bereich liegen“, schrieb er in einem Brief an die Gegenseite.

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben, darunter viele Deutsche. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sperrte der Copilot Andreas Lubitz seinen Kollegen aus dem Cockpit aus und brachte die Maschine absichtlich zum Absturz. Der 27-Jährige hatte nach Überzeugung der Ermittler psychische Probleme und Suizidgedanken, die er vor seinem Arbeitgeber verheimlichte. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa.

Als Konsequenz aus dem Absturz sollten sich alle Piloten nach Ansicht von Fachleuten künftig einer psychologischen Untersuchung unterziehen. Zudem sollten Details zu Arztbesuchen in einer europaweiten Datenbank gespeichert werden, erklärte eine Expertengruppe unter Leitung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit.

( dpa/rtr )

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