Donezk –

Ein Toter und mehrere Verletzte in Ostukraine

| Lesedauer: 2 Minuten

Donezk –.  Im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass ist bei neuen Kämpfen zwischen dem Militär und den prorussischen Separatisten mindestens ein Soldat getötet worden. Fünf weitere Militärangehörige seien verletzt worden, teilte der ukrainische Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko am Sonnabend in Kiew mit. Der Gegner setze Waffen ein, die nach dem Minsker Friedensplan verboten seien, sagte Lyssenko. Auch die Aufständischen warfen dem Militär den Einsatz schwerer Militärtechnik vor, darunter Panzer und Granatwerfer.

Am Vorabend hatten Kanzlerin Angela Merkel, Kremlchef Wladimir Putin und die Präsidenten der Ukraine und Frankreichs, Petro Poroschenko und François Hollande, die Lage im Donbass telefonisch erörtert. Poroschenko sprach dabei von einer Verschärfung der Situation. Nur die ukrainische Seite erfülle bisher den im Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarten Friedensplan, sagte der Staatschef einer Mitteilung seines Amtes zufolge. Nach Darstellung der Konfliktparteien kam es erneut zu Kämpfen rund um den zerstörten Flughafen der Großstadt Donezk. Die Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen den Minsker Friedensplan und gegen die dort vereinbarte Waffenruhe vor. In diesem Konflikt sind seit April vorigen Jahres mehr als 6000 Menschen getötet worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass Putin eine neue Reservisten-Einheit aus Teilzeitsoldaten schaffen will, die ein monatliches Salär erhalten und durch ständige Übungen schnell einsatzbereit sein sollen. Putin wies die Regierung in einem am Freitag veröffentlichten Dekret an, die Finanzierung aus dem laufenden Verteidigungsetat zu bestreiten. Die Gründung der Einheit, die nach früheren Angaben aus dem Verteidigungsministerium anfangs 5000 Soldaten umfassen soll, hatte Putin schon 2012 nach seiner Wiederwahl angeordnet. Nach Medienberichten fehlte bisher das Geld. Russland hat zwar mehrere Millionen Reservisten, die aber nur wenig üben, da es Einschränkungen bei der Häufigkeit der Einberufungen gibt.

( dpa/rtr )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos