Nairobi –

Shoppingmall nach Anschlag wieder geöffnet

Nairobi –. „Wir warten immer noch auf Antworten“, sagt Josephine Mutungi. Die 46 Jahre alte Kenianerin hat den Terrorangriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013 überlebt. Für sie und viele andere Kenianer ist die Wiedereröffnung an diesem Sonnabend – nur wenige Tage vor dem geplanten Besuch von US-Präsident Barack Obama – überschattet von Terrorängsten. Einst ein Aushängeschild für den wachsenden Wohlstand des ostafrikanischen Landes, gilt das Westgate nun als Zeichen für das Versagen der Regierung. Sie kann den Terror aus dem Nachbarland Somalia nicht stoppen.

Am 21. September 2014 hatten mehrere Bewaffnete der somalischen Terrorgruppe Al-Schabab das Einkaufszentrum in Nairobi überfallen und vier Tage besetzt. Mindestens 67 Menschen starben. Die Angreifer machten Jagd auf Nichtmuslime, schossen aber auch Kinder und andere Besucher wahllos nieder.

Der Anschlag geriet zu einem Desaster für Kenias Sicherheitskräfte. Die Armeeführung wirkte kopflos, und Überlebende berichteten, dass Soldaten lieber die Geschäfte plünderten, als den Opfern zu helfen. Bewaffnete Zivilisten – auch Ausländer – kamen den Menschen zu Hilfe. „Ich habe keinen einzigen uniformierten kenianischen Polizisten dort gesehen“, sagt auch Mutungi. Eine versprochene offizielle Untersuchung der Vorwürfe fand nie statt. Nach dem Angriff auf das Einkaufszentrum wurde die Führung der Sicherheitskräfte ausgetauscht, Tausende Terrorverdächtige festgenommen und 10.000 neue Polizisten eingestellt. Der Erfolg hält sich in Grenzen: Seit Westgate starben mehr als 540 Menschen bei Terrorangriffen, darunter 148 Studenten bei einer Attacke auf die Universität in Garissa.