Columbia –

South Carolina holt Südstaatenflagge zum letzten Mal ein

Columbia –.  Nach mehr als einem halben Jahrhundert hat South Carolina die umstrittene Südstaatenflagge an seinem Regierungssitz am Freitag für immer eingeholt. Der US-Staat will das als Symbol des Rassismus kritisierte Wahrzeichen nicht mehr nutzen. Hintergrund ist der Mordanschlag eines jungen Weißen auf neun Schwarze in einer Kirche in Charleston am 17. Juni: Von dem mutmaßlichen 21-jährigen Täter gibt es Bilder mit der Flagge, die ein blaues Kreuz auf rotem Grund zeigt.

Im amerikanischen Bürgerkrieg zwischen 1861 und 1865 kämpften die Südstaaten unter dieser Flagge unter anderem für den Erhalt der Sklaverei. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie zum Symbol der Gegner einer Gleichberechtigung der Schwarzen. Zur Zeremonie zum Einholen der Flagge kamen Tausende. Die Flagge wurde mit einem gepanzerten Fahrzeug zu einem Museum gefahren. South Carolina hatte die Flagge seit 1961 – dem 100. Jahrestag des Bürgerkriegs – am Regierungssitz in Columbia gezeigt. In den 23 Tagen seit dem Massaker in der Kirche hatte sich die öffentliche Meinung aber gedreht.

Nach Angaben des FBI hätte der Täter die bei dem Massaker benutzte Waffe nicht kaufen dürfen. Der Direktor der US-Bundespolizei führte das Problem auf unvollständige und ungenaue Papiere zurück, die im Zusammenhang mit der Festnahme des Beschuldigten mehrere Wochen vor der Schießerei stehen sollen.

( dpa )

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