Peking/Berlin -

Mitarbeiterin der „Zeit“ aus Haft in China entlassen

Peking/Berlin -. Die Bundesregierung hat die Freilassung der seit Monaten inhaftierten chinesischen Mitarbeiterin der Wochenzeitung „Die Zeit“ durch die Behörden in China begrüßt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Bundesregierung habe sich in den vergangenen Monaten auf verschiedenen Ebenen für die Freilassung von Zhang Miao eingesetzt. Dass dies nun geschehen sei, sei „ein Schritt in die richtige Richtung“. Zugleich bestehe weiterhin Sorge um die seit April vergangenen Jahres inhaftierte Journalistin Gao Yu. „Wir wiederholen unsere Forderung, dass auch Frau Gao freigelassen werden möge“, sagte Seibert.

„Es scheint ihr gut zu gehen“, sagte der Bruder von Zhang Miao. Die „Zeit“-Mitarbeiterin war nach neunmonatiger Haft freigelassen worden. Die Behörden hätten sich zum Verzicht auf eine Anklage entschieden, berichtete die „Zeit“ unter Hinweis auf Zhangs Anwalt Zhou Shifeng. Sie hatte im Oktober 2014 der damaligen „Zeit“-Korrespondentin Angela Köckritz bei Recherchen über die Proteste für freie Wahlen in Hongkong geholfen. Nach ihrer Rückkehr von der Recherchereise war sie in Peking festgenommen worden. Ihr war laut „Zeit“ die Erregung öffentlichen Ärgernisses vorgeworfen worden.

Die Journalistin Gao Yu, die auch für die Deutsche Welle (DW) arbeitete, war wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen im April dieses Jahres zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Verurteilung der renommierten Journalistin, die vom International Press Institute im Jahr 2000 auf die Liste der 50 „Helden der Weltpresse“ gesetzt wurde, hatte in westlichen Staaten massive Kritik hervorgerufen.

( dpa/AFP )

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