Berlin –

Festnahme nach Brandanschlag auf Kanzleramt

Berlin –.  Nach einer Reihe von Brandanschlägen der mutmaßlich rechtsextremen Gruppierung „Deutsche Widerstandsbewegung“ (DWB) hat die Bundespolizei in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in Berlin einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie der „Spiegel“ meldet, wurde der 48-Jährige auf der Flucht mit dem Fahrrad gestellt. Der Mann sei mittels einer Strickleiter auf das Gelände des Bundeskanzleramts gelangt und habe versucht, einen brennenden Molotowcocktail auf das Dach des Gebäudes zu schleudern. Er habe dort zudem ein Bekennerschreiben der DWB hinterlassen. Anschließend sei der Tatverdächtige Richtung Hauptbahnhof geflohen, wobei er von Bundespolizisten gefasst worden sei. Die Beamten hätten in seinem Rucksack Beweismittel gefunden, in seiner Wohnung weitere Flugblätter der rechtsgerichteten Gruppierung, berichtet der „Spiegel“.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, bestätigte gegenüber dem „Spiegel“ die Molotowcocktail-Attacke auf das Kanzleramt sowie die Festnahme eines „dringend Tatverdächtigen, weitere Details nannte er nicht.

In den vergangenen Monaten hatte die DWB sich mehrfach zu Brandanschlägen im Regierungsviertel bekannt, darunter auf Schloss Bellevue, auf den Amtssitz des Bundespräsidenten, den Bundestag und auf die Bundeszentrale der CDU. Größerer Schaden entstand bei den insgesamt neun Anschlägen, die der DWB zugerechnet werden, nicht. Der Verfassungsschutz stuft die Gruppierung dem „intellektuellen Rechtsextremismus“ zu. In den Bekennerschreiben werde der Eindruck erweckt, dass die Verfasser sich intellektuell mit politischen Themen befassen.