Genf –

Athen hofft auf Steuern für Gelder in der Schweiz

Genf –.  Die Regierung des pleitebedrohten Euro-Krisenstaats Griechenland hofft auf Steuernachzahlungen für griechische Schwarzgeld-Milliarden in der Schweiz. Um Abgaben auf dort gebunkerte Vermögen kassieren zu können, habe Athen eine Steueramnestie angeboten, sagte Griechenlands Minister für Korruptionsbekämpfung, Panagiotis Nikoloudis, der Schweizer Zeitung „Le Temps“ vom Mittwoch. Die Schweiz hatte sich zuvor bereit erklärt, im Falle einer Einigung auf solche Vermögen bei Schweizer Banken entfallende Steuereinnahmen nach Athen zu überweisen.

Schätzungen gehen von griechischen Vermögenswerten in der Schweiz zwischen zwei und 200 Milliarden Euro aus. Spätestens mit Inkrafttreten des mit der EU vereinbarten Informationsaustausches 2018 dürften auch in der Schweiz verborgene Konten von Griechen auffliegen. Athen bietet laut Zürcher Finanzkreisen Straffreiheit an, wenn Griechen ihre Banken in der Schweiz ermächtigen, darauf 21 Prozent an Steuern abzuführen – sonst würden später 40 Prozent verlangt. Behörden in Bern erklärten, noch auf einen Beschluss des griechischen Parlaments zu warten.