Tunis –

1000 Verhaftungen: Tunesien schützt Touristen stärker

Tunis –.  Mit Massenfestnahmen, Razzien und mehr Polizei in Urlaubsgebieten will die tunesische Regierung nach den bislang blutigsten Anschlägen auf Touristen die Sicherheit wiederherstellen. Seit März nahmen die Behörden mehr als 1000 Menschen fest, wie der für die Beziehungen mit den Verfassungsorganen und der Zivilgesellschaft zuständige Minister Kamel Jendoubi am Dienstag in Tunis sagte.

Nach dem bewaffneten Überfall auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mit mehr als 20 Toten habe es fast 8000 Hausdurchsuchungen gegeben. 120 der Festgenommenen stünden unter Terrorismusverdacht. Seit dem tödlichen Angriff auf ein Touristenhotel im südlichen Badeort Sousse seien acht Verdächtige festgenommen worden.

Ein tunesischer Student hatte vor eineinhalb Wochen in einem Hotel im Badeort Sousse 38 Menschen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Die meisten Opfer waren Briten, zwei Deutsche kamen ebenfalls ums Leben. Es war bereits das zweite Mal, dass mutmaßliche islamische Extremisten in diesem Jahr einen tödlichen Angriff auf Touristen verübten. Um Touristen künftig besser zu schützen, hat die Regierung nach eigenen Angaben nun 600 zusätzliche Sicherheitskräfte bei der Küstenwache im Einsatz sowie weitere 1400 in Hotelanlagen und touristischen Gebieten. Wegen des „Versagens“ der Sicherheitskräfte bei dem Anschlag in Sousse wurden demnach der Gouverneur sowie hochrangige Polizeifunktionäre sowohl in Sousse als auch in der Stadt Kairouan entlassen.