Griechenland-Krise

Varoufakis’ Rücktritt - Skepsis in Deutschland

Wolfgang Bosbach (CDU) erwartet nach Varoufakis’ Rücktritt leichtere Verhandlungen. SPD-Finanzexperte Carsten Scheider bezweifelt dies.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hofft nach dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis auf einfachere Euro-Verhandlungen. „Das würde vermutlich die Verhandlungen aufgrund seines bisherigen Auftretens erleichtern“, sagte Bosbach am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“, bevor der Rücktritt bestätigt wurde.

Das löse jedoch nicht die Probleme. „Entscheidend sind weniger die Personen als die politischen Inhalte.“ Auch neue milliardenschwere Hilfspakete lösen Bosbach zufolge nicht die Probleme des Landes: „Es fehlt an Wirtschaftskraft, an Wettbewerbsfähigkeit, an einer wirklich effizienten Verwaltung.“

Varoufakis hatte am Morgen in seinem Blog erklärt, er werden nicht Finanzminister bleiben. Kurz nachdem das Ergebnis des Referendums feststand, habe er von einigen Mitgliedern der Eurogruppe und „Partnern“ eine „gewisse Präferenz“ signalisiert bekommen, dass seine „Abwesenheit“ von den künftigen Treffen erwünscht sei.

--> Die Erklärung im Wortlaut

SPD-Finanzexperte Carsten Scheider bezweifelt im Gegensatz zu Bosbach, dass der Rückzug des griechischen Finanzministers die kommenden Verhandlungen zwischen Kreditgebern und Athen erleichtert. Der Rücktritt sei nicht so wichtig, sagte er am Montag dem ZDF. Vielmehr sei die Politik entscheidend, die die griechische Regierung verfolge.

Varoufakis könne seine Versprechen nicht einhalten und ziehe die Konsequenzen daraus mit einer Flucht, monierte Schneider. Ein neuer Minister möge vielleicht vertrauenserweckender sein. Allerdings werde der Wille der Griechen benötigt, Reformen zu akzeptieren und das Land zu stabilisieren.

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