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Zu viel gelaufen - G7-Demonstranten sagen Protestmarsch ab

Die G7-Protestierer sind zu müde für einen weiteren Protestmarsch, Greenpeace lasert Parole an die Zugspitze - der Tag im Liveticker.

Foto: Felix Kästle / dpa

Vor dem Abschluss des G7-Gipfels hat das Aktionsbündnis „Stop G7 Elmau“ den geplanten Protestmarsch durch Garmisch-Partenkirchen abgesagt. „Weil wir gestern schon so viel gelaufen sind“, sagte die Veranstaltungsleiterin Ingrid Scherf am Montag bei einer Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz. Nur wenige Dutzend Demonstranten waren dort am Vormittag versammelt. Ursprünglich waren 500 Teilnehmer zu einem Protestmarsch erwartet worden. Am Sonntag hatten Globalisierungsgegner vergeblich versucht, über Wanderwege zum abgeriegelten Schloss Elmau, dem Tagungsort der G7-Politiker, in den Bergen zu gelangen.

Mit einer riesigen Laserprojektion auf das Zugspitzmassiv forderten Umweltschützer die G7-Staaten zu einer globalen Klimawende auf. Ein extrem leistungsstarker Projekter warf am Montagmorgen die Forderung „G7: 100 Prozent Erneuerbare!“ aus knapp 2,5 Kilometern Entfernung auf die Felswand des Waxensteins.

Wegen starken Regens am Sonntagabend hatten die Aktivisten der Organisation Greenpeace ihre Projektion auf die frühen Morgenstunden verschoben. Gegen 4.30 Uhr leuchtete der Schriftzug in Grün unter wolkenverhangenem Himmel auf und war von Garmisch-Partenkirchen aus gut zu lesen. Die Projektion habe auf einer Breite von 1000 Metern geleuchtet, teilte Greenpeace mit.

>> Der G7-Gipfel im Liveticker <<

„Kanzlerin Merkel muss in Elmau das Ende des Kohlezeitalters einläuten“, sagte Tobias Münchmeyer, Greenpeace-Energieexperte am Morgen. Die Umweltschützer fordern die Staats- und Regierungschefs führender Industrienationen (G7) auf, bei deren Treffen im benachbarten Schloss Elmau gemeinsam den Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft einzuleiten. Am Montag wollen die G7-Teilnehmer über den Klimaschutz sprechen. Es war unklar, ob die riesige Forderung an die Politiker auch noch von Schloss Elmau aus zu sehen war.

Protestaktion alarmierte die Polizei

Die Greenpeace-Aktion auf einer Wiese vor dem Wettersteingebirge – dessen höchster Gipfel die Zugspitze (2960 Meter) ist – alarmierte die Polizei, die mit mehr als 20 Beamten anrückte. Greenpeace muss mit einer Anzeige wegen einer nicht angemeldeten Versammlung rechnen.

Mehrere Tausend G7-Gegner hatten am Sonntag mit Sitzblockaden und Demonstrationen in Garmisch-Partenkirchen gegen den Gipfel protestiert. Die Aktionen verliefen im Großen und Ganzen gewaltfrei. Auch in der Nacht zum Montag blieb es ruhig. Der Tagungsort ist weiträumig abgesperrt, mehr als 20 000 Polizisten sind in Südbayern im Einsatz. Auch am Montag sind Proteste geplant, in Garmisch-Partenkirchen soll es erneut eine Kundgebung geben.