Drogen

Ecstasy und Crystal Meth sind auf dem Vormarsch

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland erneut gestiegen. Vor allem die sogenannten Legal Highs, Ecstasy und Crystal Meth machen den Behörden zunehmend Sorgen.

Synthetische Drogen sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Vor allem neue psychoaktive Substanzen etablierten sich zunehmend in der Rauschgiftszene, erklärten die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CDU) und BKA-Präsident Holger Münch am Dienstag in Berlin. Die Zahl der Todesfälle durch sogenannte Legal Highs stieg im vergangenen Jahr auf 25 und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht.

In Deutschland sind laut Bundeskriminalamt (BKA) mittlerweise mehr als 1500 Legal-High-Produkte mit rund 160 verschiedenen neuen psychoaktiven Wirkstoffen bekannt. Im Internet werden diese Drogen meist als Kräutermischungen oder Badesalzdrogen angeboten. Die Zusammensetzung und die Risiken seien oft nicht bekannt. Münch warnte, die Nebenwirkungen der neuen psychoaktiven Substanzen reichten von Übelkeit, Herzrasen und Erbrechen bis hin zu Bewusstlosigkeit und Tod.

„Im vergangenen Jahr starben leider drei Minderjährige durch illegale Drogen“, teilte die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) weiter mit. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sagte: „Synthetischen Drogen haben eine immer größere Bedeutung.“ Die Bedeutung pflanzlicher Drogen sinke mit Ausnahme von Cannabis. Zu 85 Prozent handelt es sich bei den Rauschgifttoten um Männer. Der Altersdurchschnitt der Drogentoten stieg auf rund 38 Jahre an.

Starker Anstieg bei Ecstasy-Konsum

Einen auffällig starken Anstieg gab es im vergangenen Jahr auch beim Ecstasy-Konsum. Die Zahl der erstmals auffälligen Ecstasy-Konsumenten stieg gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent auf 2096. Auch bei Crystal Meth stieg die Zahl der Menschen, die erstmals bei den Behörden auffällig wurden, erneut um 14 Prozent auf 3138. Das Aufputschmittel Crystal Meth macht sehr schnell abhängig und birgt große gesundheitliche Risiken.

Insgesamt starben in Deutschland im vergangenen Jahr 1032 Menschen infolge des Drogenkonsums. Nach dem Anstieg im Jahr 2013 war dies eine erneute Zunahme um drei Prozent. Haupttodesursache war laut BKA eine Überdosierung von Heroin beziehungsweise Morphin in Verbindung mit anderen Substanzen.

„Mutige Lösung“ für Verbote angekündigt

Auch die Rauschgiftkriminalität ist gestiegen. 2014 erfasste die Polizei den Angaben zufolge insgesamt 276.734 Fälle, fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Damit habe die Rauschgiftkriminalität nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder das Niveau von 2005 erreicht.

Mortler kündigte ein neues Gesetz an, nach dem künftig alle Substanzen genereller als illegal eingestuft werden können. Es werde eine „mutige Lösung“ geben. Heute fallen neue Designerdrogen nach kleinen molekularen Veränderungen oft nicht unter bereits ausgesprochene Verbote.