GDL-Lokführer

Ab Mittwoch wird wieder bei der S-Bahn gestreikt

Die GDL hat ab Dienstag Streiks im Güterverkehr angekündigt. Ab Mittwochmorgen 2 Uhr folgt der Personenverkehr – auch bei der S-Bahn. Im Herbst 2014 fuhr in Berlin trotz Streiks jede dritte S-Bahn.

Der seit fast einem Jahr schwelende Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn spitzt sich erneut zu. Nach einer mehrmonatigen Pause hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montagabend ihre Mitglieder für Mittwoch und Donnerstag erneut zu bundesweiten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Betroffen davon ist auch der S-Bahn-Verkehr in Berlin und Brandenburg, wie der GDL-Bezirksvorsitzende Frank Nachtigall der Berliner Morgenpost bestätigte.

Der 43-stündige Ausstand im Personenverkehr soll von Mittwochmorgen, 2 Uhr, bis Donnerstagabend, 21 Uhr, dauern, teilte die Gewerkschaft mit. Zudem seien die Lokführer im Güterverkehr aufgerufen, von Dienstag, 15 Uhr, bis Freitag, 9 Uhr, die Arbeit niederzulegen. Es ist bereits der siebente Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung.

S-Bahn bereitet Notfahrplan vor

Die Deutsche Bahn (DB) hatte bereits vorab angekündigt, mit einem Ersatzfahrplan die Folgen für die Reisenden mildern zu wollen. Bei früheren Arbeitsniederlegungen führte dies aber dazu, dass bereits am Tag vor dem Streik das Angebot ausgedünnt wurde, um möglichst viele Züge am richtigen Ort einsatzbereit zu haben. Auch bei der Berliner S-Bahn wird ein Notfahrplan vorbereitet. Im Herbst 2014 fuhr in Berlin während des Streiks etwa jede dritte S-Bahn.

Zumindest auf Linien, die ins Umland führen, soll so ein Minimalangebot gesichert werden. In der Innenstadt können Fahrgäste meist alternativ mit Bussen und Bahnen der BVG fahren. „Wenigstens erfolgte die Streikankündigung dieses Mal rechtzeitig, sodass sich die Reisenden darauf einstellen können“, sagte Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband Igeb. Er forderte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, die Streitpartner wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Bahn: Faire Lösung nur am Verhandlungstisch

Noch am Montagabend forderte auch die Bahn die GDL auf, den Aufruf zu Streiks im Personen- und Güterverkehr zurückzunehmen. „Diese Streiks sind für niemanden nachzuvollziehen. Die GDL hätte ihr gewünschtes Zwischenergebnis in den Verhandlungen in nahezu allen Punkten haben können“, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. „Eine faire Lösung kann es nur am Verhandlungstisch geben“, so Weber.

Die GDL begründet den siebten Streik in der laufenden Tarifrunde mit einem unbefriedigenden Angebot der Bahn für die rund 3100 Lokrangierführer. Die Eskalation hatte sich bereits vergangene Woche abgezeichnet, als GDL-Chef Claus Weselsky die Tarifverhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt hatte. Die GDL verlangt für ihre Mitglieder fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Bisher hat die konkurrierende und größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die Lokrangierführer Tarifverträge ausgehandelt. Nun gehören sie zu den Berufsgruppen, für die auch die GDL Tarifforderungen stellt.