Islamischer Staat

Vater des jordanischen Piloten fordert Rachefeldzug gegen IS

Jordanien hat bereits auf den brutalen Mord an dem Piloten reagiert und am frühen Morgen zwei Terroristen hingerichtet - darunter eine Dschihadistin, um deren Freilassung sich der IS bemüht hatte.

Nach dem Mord an einem jordanischen Piloten durch den Islamischen Staat (IS) hat der Vater des Opfers seine Regierung aufgerufen, „scharfe Rache“ an der Terrormiliz zu nehmen. Der IS sei eine „Verbrecherorganisation“ und weit vom Islam entfernt, sagte Safi al-Kassaesbeh am Mittwoch dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Arabija. Die Jordanier erwarteten auch von der internationalen Koalition weitere Luftschläge, um den IS zu zerstören.

Jordanien hat nach der Verbrennung eines Kampfpiloten seiner Luftwaffe durch Milizen des Islamischen Staates (IS) zwei Extremisten hingerichtet. Darunter sei auch die Irakerin Sadschida al-Rischawi gewesen, berichtete am Mittwoch das jordanische Staatsfernsehen. Die beiden Häftlinge waren bereits vor Jahren zum Tode verurteilt worden.

Der IS hatte den gefangengenommenen Piloten Muath al-Kassaesbeh offenbar bei lebendigem Leib verbrannt. Die Islamisten veröffentlichten am Dienstag ein Video von der Tat, das weltweit Entsetzen auslöste. Jordanien kündigte eine „welt-erschütternde Antwort“ an. Syrien forderte das Nachbarland auf, beim Kampf gegen IS und al-Qaida zu kooperieren.

Verbrannt im Käfig

Der IS hatte die Entlassung der Irakerin aus zehnjähriger Haft im Gegenzug für die Freilassung einer später enthaupteten japanischen Geisel gefordert. Al-Rischawi soll an einem Bombenanschlag beteiligt gewesen sein, bei dem in Amman 60 Menschen getötet wurden. Neben der Extremistin wurde auch ein ranghohes Al-Qaida-Mitglied gehängt. Der Mann war wegen der Planung eines Anschlags gegen das pro-westliche Königreich 2008 zum Tode verurteilt worden.

Das Schicksal des Kampfpiloten hat Jordanien seit Wochen erschüttert. Kassaesbeh wurde im Dezember von den Extremisten gefangengenommen, als seine F-16 bei einem Einsatz gegen den IS abstürzte. Nach einem Bericht des jordanischen Staatsfernsehens wurde er bereits vor einem Monat getötet. In dem von den Islamisten gezeigten Video wird der Pilot zunächst befragt, welche Aufgabe er bei seinem Einsatz hatte. Dann steht ein Mann, der dem Soldaten ähnlich sieht, in einem schwarzen Käfig, bevor er in Flammen aufgeht.

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