Paris

Mindestens zwei Tote bei Geiselnahme in koscherem Supermarkt

Der Mann, der eine Polizistin in Paris erschossen hat, soll in einem jüdischen Supermarkt um sich geschossen und mehrere Geiseln genommen haben. Er soll in Verbindung zu den „Charlie Hebdo“-Tätern stehen.

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Am östlichen Stadtrand von Paris ist es am Freitag nach französischen Medienberichten zu einer weiteren Schießerei und einer Geiselnahme gekommen. Ein bewaffneter Mann habe an der Porte de Vincennes in einem Geschäft für koschere Lebensmittel fünf Menschen in seine Gewalt gebracht. Darunter sollen auch Kinder sein, berichteten französische Medien. Eine Person soll verletzt worden sein. Die Polizei sperrte das Areal ab. Weitere Einzelheiten waren bislang noch nicht bekannt.

Der Täter könnte der Mann sein, der einen Tag nach der Attacke auf die Redaktion der Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ südlich von Paris in in Montrouge eine Polizistin erschossen hatte, hieß es aus Ermittlerkreisen. Ein Mann wurde bei der Attacke lebensgefährlich verletzt.

Auch zu dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ in Paris gibt es einen Zusammenhang. Es gebe eine „Verbindung“ zwischen den mutmaßlichen Tätern der beiden Angriffe, sagten Polizeivertreter am Freitag. Die Männer sollen sich persönlich kennen und in den selben islamistischen Kreisen verkehrt haben.

Mörder Polizistin ist identifiziert

Der mutmaßliche Mörder der Polizistin ist mittlerweile identifiziert. Zwei Menschen aus dem „sehr nahen Umfeld“ des Verdächtigen seien bereits festgenommen worden, hieß es aus französischen Ermittlerkreisen.

Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Freitag, die Ermittlungen zu der Bluttat in Montrouge kämen „voran“. Geleitet werden die Ermittlungen von der Anti-Terrorismus-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. Es besteht also der Verdacht, dass es sich um einen terroristischen Akt handeln könnte.

Begründet wurde dies nicht nur mit dem „derzeitigen Kontext“ – also dem offenbar islamistisch motivierten „Charlie Hebdo“-Anschlag vom Mittwoch – sondern auch mit der schweren Bewaffnung des Täters und der Tatsache, dass gezielt eine Polizistin attackiert worden sei.

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