Weihnachtsansprache

Bundespräsident Gauck ruft zu Hilfen für Flüchtlinge auf

Joachim Gauck ruft vor dem Hintergrund der Pegida-Demonstrationen zu mehr Unterstützung für Flüchtlinge auf. In seiner Weihnachtsansprache erinnerte er aber auch an freudige Ereignisse - wie die WM.

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Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner Weihnachtsansprache zu Mitgefühl mit den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen aufgerufen. "Dass wir mitfühlend reagieren auf die Not um uns herum, dass die Allermeisten von uns nicht denen folgen, die Deutschland abschotten wollen, das ist für mich eine wahrhaft ermutigende Erfahrung dieses Jahres", sagte Gauck in seiner Ansprache, die am ersten Weihnachtstag ausgestrahlt wird. Darin rief der Bundespräsident auch dazu auf, Frieden zu erhalten und womöglich zu stiften.

"Ein deutliches Zeichen für die Menschlichkeit sehe ich darin, dass es mittlerweile so viel Bereitschaft gibt, Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Gauck. Er verwies dabei auf "das Elend der unzähligen Heimatlosen und Vertriebenen". Es gehe darum, dass "wir Bedrohten Frieden und Verfolgten Schutz bieten".

Denjenigen, die sich durch die Entwicklung in der Welt beunruhigt fühlten, wolle er zurufen: "Fürchtet Euch nicht!", sagte der Bundespräsident weiter. Es gehe darum, Ängste ernst zu nehmen, aber nicht, ihnen zu folgen: "Mit angstgeweiteten Augen werden wir Lösungswege nur schwer erkennen." Wer sich aber den Herausforderungen stelle, der "findet auch Lösungen".

Gauck würdigte Menschen, die sich für mehr Mitmenschlichkeit hierzulande oder in der Welt einsetzen. Als Beispiele nannte er einen Verein in Magdeburg, der sich um minderjährige Flüchtlinge kümmert, Helfer, die in den Ebola-Gebieten Westafrikas tätig sind, aber auch "die Vielen, die sich auch heute in der Nachbarschaft, im Krankenhaus oder im Heim um Mitmenschen kümmern". Sie alle zählten zu denen, die "aus dieser Welt und aus unserem Land einen besseren Ort machen".

Angesichts des wachsenden Zulaufs zur islamkritischen "Pegida"-Bewegung hatten einige Politiker auch gefordert, die Sorgen ernst zu nehmen und zwischen Organisatoren und Kundgebungsteilnehmern zu unterscheiden. Gauck mahnte jedoch: "Ängste ernst nehmen, heißt nicht, ihnen zu folgen", mahnte Gauck. "Mit angstgeweiteten Augen werden wir Lösungswege nur schwer erkennen, wir werden klein und mutlos." Am Montagabend hatten sich nach Polizeiangaben rund 17.500 Menschen in Dresden versammelt, um gegen eine angebliche Islamisierung und Überfremdung zu demonstrieren. "Deutschland ist kein Zuwanderungsland", sagte Pegida-Organisator Lutz Bachmann.

"Und Fußball-Weltmeister sind wir auch"

Der Bundespräsident nutzte seine Ansprache auch zu einem Aufruf zum friedlichen Umgang miteinander. Zwar sei Deutschland heute ein Land des Friedens, "zugleich blicken wir aber zurück auf ein Jahr voller Friedlosigkeit, auf Kriege, Bürgerkriege, Terror und Mord, sogar unter Berufung auf die Religionen", verwies er auf die Konflikte weltweit. Daher sei jeder Friede kostbar und kein Friede selbstverständlich und die weihnachtliche Botschaft "Friede auf Erden" in diesem Jahr besonders dringlich.

"Wo wir dazu beitragen können, dass Frieden erhalten oder gestiftet, dass Leid gelindert und eine bessere Zukunft gebaut werden kann, sollten wir alles tun, was in unserer Macht steht", forderte Gauck. Notwendig seien "die tägliche Achtung voreinander und das tägliche Achtgeben aufeinander". Dieses Gebot "kennen auch alle Religionen, es verbindet und verpflichtet uns alle".

Der Bundespräsident erinnerte auch an Anlässe zur Freude im zurückliegenden Jahr: "Deutschland hat mehr Arbeit als je zuvor, es ist im Ausland beliebt wie nie und Fußball-Weltmeister sind wir auch."

Die Weihnachtsansprache 2014 von Bundespräsident Joachim Gauck können Sie am 25. Dezember um 19.08 Uhr im ZDF und um 20.10 Uhr in der ARD sehen.

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