Gaza-Konflikt

72-stündige Waffenruhe soll neue Hoffnung bringen

Mehr als 1500 Menschen sind seit Anfang Juli getötet worden. Nun hat eine 72-stündige Feuerpause begonnen. Sie soll die Bergung von Toten und Verletzten ermöglichen. Zugleich wird weiter verhandelt.

Foto: MOHAMMED SALEM / REUTERS

Im Gazastreifen ist eine 72-stündige Waffenruhe zwischen den israelischen Streitkräften und der palästinensischen Hamas-Bewegung in Kraft getreten. Die in der Nacht zu Freitag von beiden Seiten vereinbarte humanitäre Feuerpause begann um 08.00 Uhr (Ortszeit, 07.00 Uhr MESZ) und soll bis Montagmorgen gelten.

Sie soll die Bergung von Toten und die Versorgung von Verletzten ermöglichen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry hatten zuvor erklärt, unschuldigen Zivilisten solle eine Atempause verschafft werden. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo sollten zudem Verhandlungen über eine längere Waffenruhe beginnen.

Wenige Stunden vor Inkrafttreten der Waffenruhe waren nach palästinensischen Angaben mindestens 17 Menschen getötet worden. Der Sprecher der Gesundheitsbehörden in Gaza, Aschraf al-Kidra, erklärte am Freitag, unter den Opfern seien auch zehn Mitglieder einer Familie, die bei einem Luftangriff auf ihr Haus in Chan Junis umkamen. Die Polizei in Gaza meldete scheren Panzerbeschuss im Norden und Osten der Region.

Die Zahl der seit dem 8. Juli getöteten Palästinenser ist inzwischen mit mehr als 1450 höher als bei der letzten Bodenoffensive 2009. Rund drei Viertel der Opfer sind Zivilisten. In der Zeit wurden 61 israelische Soldaten und drei Zivilisten getötet.