AfD

„Alternative für Deutschland“ droht Spaltung

Die CDU-Spitze lehnt eine Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland strikt ab. Das missfällt Konservativen in der Partei. Laut einem Medienbericht steht die AfD vor einer möglichen Spaltung.

Foto: CLEMENS BILAN / AFP

Bei Konservativen in der CDU wächst der Ärger über den Umgang der Parteispitze mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD). „Die AfD ist mir als politischer Konkurrent nicht willkommen. Aber ich halte es für politisch töricht zu sagen: Mit denen werden wir nie zusammengehen“, sagte der hessische CDU-Politiker Christean Wagner „Spiegel Online“. Die sächsische Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann sagte „Handelsblatt Online“: „Es muss ja nicht gleich eine Koalition sein.“ Aber ein rigoroses Nein zu punktueller Zusammenarbeit sei falsch.

CDU-Chefin Angela Merkel hatte am Montag erklärt, die Parteispitze lehne einhellig eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet unterdessen, die AfD stehe vor der Spaltung.

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Die euroskeptische Partei hatte bei der Europawahl in Deutschland aus dem Stand sieben Prozent der Stimmen geholt. Der traditionelle Koalitionspartner der Union im Bund, die FDP, war hingegen bei enttäuschenden 3,4 Prozent gelandet.

Bellmann sagte, die Mitte der Union habe sich „ziemlich nach links verschoben“. Deshalb sei der rechtskonservative Raum größer geworden. In diese Lücke springe AfD-Chef Bernd Lucke.

Starkes Übergewicht nationalliberaler und rechtspopulistischer Kräfte

Der 71-jährige Wagner, Mitbegründer des konservativen Berliner Kreises, sagte, nicht wenige AfD-Wähler hätten zuvor Union oder FDP gewählt. „Darauf müssen wir Antworten finden.“ Zuvor hatte der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch „Spiegel Online“ gesagt, die CDU habe mit der AfD „die größten Schnittmengen“.

„Die Zeit“ zitierte einen namentlich nicht genannten AfD-Funktionär aus einer Gruppe liberaler AfD-Mitglieder mit den Worten: „Wir werden gemeinsam austreten, und wir werden viele sein.“ Nationalliberale und rechtspopulistische Kräfte hätten ein starkes Übergewicht in der Partei bekommen. „Über kurz oder lang wird der Austritt für viele liberale AfDler unumgänglich sein“, sagte der baden-württembergische AfD-Funktionär Marcus Mattheis.

Lucke sagte dazu „Handelsblatt Online“: „Von diesen Absichten ist uns nichts bekannt.“ Nach AfD-Informationen zeichne sich nach dem Einzug ins EU-Europaparlament ein Mitgliederzuwachs von mehr als fünf Prozent ab. Bei fast 20.000 Mitgliedern fielen einige Austritte nicht sonderlich ins Gewicht, sagte ein AfD-Funktionär.