Europawahl 2014

„Hundsmiserables Ergebnis“ – FDP kommt nicht aus dem Tief

Das FDP-Ergebnis bei der Europawahl liegt noch unter der historischen Niederlage bei der Bundestagswahl. Ein Lebenszeichen sieht anders aus. Partei-Vize Kubicki wählt offene Worte – und nennt Gründe.

Foto: Arno Burgi / dpa

Bis zuletzt hatte FDP-Chef Christian Lindner für seine Partei bei der Europawahl auf eine positive Überraschung gesetzt. Doch sie blieb aus. Die Liberalen blieben sogar noch unter ihrer historischen Wahlniederlage bei der Bundestagswahl im Herbst. Ein Lebenszeichen sieht anders aus. Für das Totenglöckchen, machte die FDP-Spitze am Abend deutlich, ist es gleichwohl aber noch zu früh.

Am Sonntagabend setzte Lindner, dessen Ziel die Rückkehr in den Bundestag im Jahr 2017 ist, vor allem auf Durchhalteparolen. „Wir haben uns nach der Bundestagswahl nie der Illusion hingegeben, man könnte verlorenes Vertrauen innerhalb weniger Monate zurückgewinnen“, sagte er.

Europa-Spitzenkandidat Alexander Graf Lambsdorff verwies zudem darauf, dass die Liberalen zumindest europaweit noch drittstärkste Fraktion seien – und deshalb Europapolitik und Personalentscheidungen mitgestalten könnten.

FDP-Vize Kubicki sieht „hundsmiserables Ergebnis“

Offen enttäuschte Worte fand Vize-Parteichef Wolfgang Kubicki: „Es ist ein hundsmiserables Ergebnis“, sagte er. Die Liberalen hätten nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag „Probleme, medial in Erscheinung zu treten“. Dabei war die FDP auf die Niederlage vorbereitet, denn die Umfragen prophezeiten ihr seit Wochen allenfalls drei bis vier Prozent bei der Europawahl. Die ganze Hoffnung, doch noch auf ein vorzeigbares Ergebnis von fünf Prozent oder mehr zu kommen, hatte man in noch unentschlossene Wähler gesetzt. Zugleich wurde die zuletzt gestiegene Ausgabenfreude der großen Koalition heftig attackiert.

Trost kommt von den Wahlforschern. Denn nach deren Ansicht hat das Ergebnis der Europawahl nur begrenzte Aussagekraft, ob die FDP in dreieinhalb Jahren die Rückkehr in den Bundestag schaffen wird. Forsa-Chef Manfred Güllner etwa ist überzeugt, dass es genügend Anhänger für die FDP-Positionen gibt. Die Partei müsse vor allem den Mittelstand als klassische Klientel ansprechen.