Krim-Krise

Ukrainischer Soldat getötet - „Militärische Phase“ begonnen

Auf einem Militärstützpunkt der umstrittenen Halbinsel Krim ist ein ukrainischer Soldat getötet worden. Damit sieht Kiew die „militärische Phase“ der Krim-Krise angebrochen.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Nach dem gewaltsamen Tod eines ukrainischen Soldaten auf der umstrittenen Halbinsel Krim hält die Regierung in Kiew die „militärische Phase“ des Konflikts mit Russland für angebrochen. Interimsregierungschef Arseni Jazenjuk sagte am Dienstag, der Konflikt habe sich „von einem politischen in einen militärischen“ verwandelt. Den ukrainischen Soldaten wurde es erlaubt, fortan bei bewaffneten Angriffen ihre Schusswaffen einzusetzen.

„Russische Soldaten haben damit begonnen, auf ukrainische Armeeangehörige zu schießen, und das ist ein Kriegsverbrechen“, sagte Jazenjuk bei einem Kabinettstreffen in Kiew. Der Soldat, dessen Name mit S.V. Kakurin angegeben wurde, sei durch einen Schuss in den Nacken getötet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wladislaw Selesnjow. Der Militärstützpunkt in Simferopol, wo sich der Vorfall ereignete, wurde nach den Worten des Ministeriumssprechers vollständig von prorussischen Einheiten besetzt. Die ukrainischen Soldaten seien „unter Arrest“ gestellt und ihre Dokumente beschlagnahmt worden.

Zwei Tage nach dem Referendum über die Zukunft der Halbinsel unterzeichnete Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag einen Vertrag zur Eingliederung des ukrainischen Staatsgebiets in die Russische Föderation. Zuvor hatte er vor den Abgeordneten beiden Kammern des russischen Parlaments in Moskau eine patriotisch gefärbte Rede gehalten. Die Regierung in Kiew und der Westen reagierten empört. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Putins Vorgehen illegal, US-Präsident Barack Obama forderte ein G-7-Krisentreffen.